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Heimisches Gratis-Obst für alle!

Heimisches Gratis-Obst für alle!
Heimisches Gratis-Obst für alle! © blacksock

Webseite verzeichnet Gratis-Obst

Wer hat das nicht schon mal gesehen: Im Spätsommer verrottet ein Haufen Obst unschön am Straßenrand statt appetitlich verarbeitet zu werden. Bevor es jedoch so unansehnlich aussieht, ist es durchaus genießbar und dazu noch deutlich umweltfreundlicher als importierte Früchte aus Übersee, die chemisch aufgepäppelt werden und einen langen emissionsreichen Transportweg nach Deutschland auf sich nehmen, bevor sie beim Konsumenten landen. Aber es gibt eine Alternative: Auf der Website 'mundraub.org' sind Standorte deutscher Obstvorkommen von Aprikosen bis Zwetschen, aber auch Nüssen und Kräutern verzeichnet - schon kann man losziehen, um zu "räubern".

Wo ist "räubern" erlaubt?

Tatsächlich wurde der eigentliche Tatbestand des Mundraubes 1975 abgeschafft, nichtsdestotrotz gehören selbst ungenutzte Früchte stets dem Baumeigentümer. Auf mundraub.org wird deswegen ausdrücklich dazu aufgefordert, Bäume nur mit Zustimmung des Grundstückseigentümers ins Netz zu stellen. Sind sie Eigentum der Kommune so hat die in den meisten Fällen nichts dagegen einzuwenden, dass das Obst sinnvoll genutzt wird und keinen unappetitlichen Früchte-Teppich auf den Straßen bildet.

Gratis-Obst nur für den Eigenbedarf

Unter Nutzung verstehen die Gründer von "mundraub.org" das Sammeln ausschließlich für den Eigenbedarf: roh verzehren, einkochen, backen, oder zu Saft verarbeiten - jedoch stets ohne kommerzielle Nutzung der Produkte. Es gibt bereits 6.000 sogenannte Tags, die die Standorte der lohnenswerten Beute auf einer Karte markieren. Jeder registrierte Nutzer ist dazu aufgerufen, selbst weitere und bisher noch ungenutzte kulinarische Schätze einzutragen, wie es die knapp 6.000 registrierten Benutzer bereits fleißig tun.

Die Betreiber versprechen sich von "mundraub.org", ein Bewusstsein für die Reichtümer an deutschen Obstbäumen zu schaffen und hoffen, dass so auch die biologische Vielfalt erhalten bleibt. Dies lobt auch der "Rat für nachhaltige Entwicklung" im Auftrag der Bundesregierung, der das Team 2009 mit dem Nachhaltigkeitspreis auszeichnete.

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