#HeForShe-Kampagne: Liebe Emma Watson, ich bin dabei

Darum bin ich dabei

Liebe Emma Watson,

#HeForShe-Kampagne: Liebe Emma Watson, ich bin dabei
Emma Watsons Rede vor den Vereinten Nationen hat Sebastian Priggemeier tief bewegt. © Johns PKI / Splash News

ich bin’s - der 162.673ste Mann, der sich online Ihrer #HeForShe-Kampagne angeschlossen hat. Einer von 4.057 Deutschen, die mitmachen. In Ihrer Rede vor den Vereinten Nationen haben Sie uns Männer aufgefordert, sich für die Gleichberechtigung von Frauen einzusetzen. Ich bin dabei! Nicht, weil es von mir erwartet wird, sondern weil es für mich irgendwie selbstverständlich ist, dass Männer und Frauen gleichberechtigt leben sollten.

Das ist nichts Besonderes. So wie ich denken viele - wahrscheinlich Millionen. Davon bin ich fest überzeugt. Millionen Männer können sich ohne Weiteres mit den Zielen Ihrer Kampagne identifizieren: Solidarität zwischen Männern und Frauen, ab in die Tonne mit den Geschlechter-Klischees. Yes, we can! Aber wenn Millionen von Männern auf Seiten der Frauen sind, war Ihre Rede dann überhaupt notwendig? Auf jeden Fall.

Denn ich bin genauso fest davon überzeugt, dass Millionen Männer mit Gleichberechtigung nichts am Hut haben. Nicht nur in der dritten Welt oder in arabischen Staaten, auch hier in Deutschland. Diese Männer halten Frauen für Statussymbole. Für Sexpüppchen. Leicht zu beeindrucken, leicht zu haben - im Sinne von "zu besitzen". Den Beweis dafür sehe ich jedes Wochenende auf dem Weg zur Disco, wo (leicht bekleidete) Frauen von Typen angegafft und auf übelste Weise angequatscht werden.

Gleichberechtigung ist auch nur ein Wort

Klar, das sind häufig nur Worte. Aber "Gleichberechtigung" ist auch nur ein Wort. In vielen Lebensbereichen sind wir selbst in Europa weit von der Umsetzung entfernt. Sollten Frauen für die gleiche Arbeit das gleiche Geld verdienen? Natürlich. Haben sie ein Recht auf gleiche Karrierechancen? Logisch. Freiheit, Gleichheit, "Brüderlichkeit". Vielleicht sollte es besser "Schwesterlichkeit" heißen, aber das Wort kennt mein Rechtschreibprogramm gar nicht. Kein Wunder, im Duden ist es auch nicht verzeichnet. Das Wort existiert nicht, ich würde es aber gerne einführen. Warum? Weil meine Kollegin in der Kantine vorhin einen schlauen Satz gesagt hat. "Männer sollten jede Frau so behandeln, als wäre sie ihre eigene Schwester oder Mutter." Wow, sie hat absolut recht, dachte ich in dem Moment. Wenn wir Männer uns in jeder Lebenssituation an diesen Satz erinnern, ist vielen Frauen bereits geholfen. Männer, setzt auf Schwesterlichkeit!

Am Ende des Briefes muss ich etwas gestehen. Mein Engagement ist nicht ganz uneigennützig. Ich werde bald Vater und mein Baby ist ein Mädchen. Für sie wünsche ich mir einen Erfolg der #HeForShe-Kampagne - und im Endeffekt mehr Schwesterlichkeit. Denn mein Mädchen soll alle Chancen und Möglichkeiten haben. Dafür setze ich mich ein, als Unterstützer Nummer 162 673.

Danke für Ihre Mühe, auch im Namen meiner ungeborenen Tochter.

Sebastian Priggemeier

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