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Hebamme: Wie können Hebammen helfen?

Hebamme: Ab wann brauche ich Unterstützung?
Hebamme: Ab wann brauche ich Unterstützung? Das macht eine Hebamme 00:02:21
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Eine Hebamme berichtet von ihrer Arbeit

Eine Schwangerschaft ist die schönste Zeit im Leben einer Frau - doch weil sich in diesem Lebensabschnitt so viel verändert, sind Schwangere oft von kleinen und größeren Ängsten geplagt. Es kommen Fragen auf wie "Werden wir gute Eltern sein?" oder "Bekomme ich nach der Geburt meine alte Figur zurück?"...

Während und nach der Schwangerschaft kann eine Hebamme helfen.
Während und nach der Schwangerschaft kann eine Hebamme helfen. © picture-alliance/ dpa, Reimar Ott

Von Janine Pratke

Hebammen können in der spannenden Zeit der Schwangerschaft mit Rat und Tat zur Seite stehen und Eltern in den Monaten vor und nach der Geburt bei ihren täglichen Problemen helfen. Frauenzimmer.de hat mit einer selbständigen Hebamme über ihre Arbeit geredet - Meike Dörnemann arbeitet in der Hebammenpraxis "Luna" in Hattingen und weiß, worauf es in der Schwangerschaft ankommt.

Frauenzimmer.de: Wie kann mich eine Hebamme unterstützen?

Meike Dörnemann: Frauen können sich in der Schwangerschaft von einem Gynäkologen betreuen lassen, aber auch von einer Hebamme. Bei einer problemlosen Schwangerschaft können Frauen die Vorsorge ausschließlich von einer Hebamme machen lassen - Ultraschalluntersuchungen werden allerdings nur vom Arzt durchgeführt. Eine Hebamme nimmt sich viel Zeit, um die Gesamtsituation der Schwangeren zu beurteilen. Neben den medizinisch notwendigen Untersuchungen kümmert sie sich um das Erleben der Schwangerschaft und kann bei Ängsten hilfreich mit Tipps und Tricks zur Seite stehen. Es ist ihr wichtig, Frauen zu vermitteln, dass eine Schwangerschaft keine Krankheit ist.

Eine Hebamme kann - genau wie der Frauenarzt - eine Geburt durchführen. Im Krankenhaus kommt zur Geburt aber auch meistens ein Arzt hinzu. Außerdem unterstützt eine Hebamme die Mutter und ihr Kind im Wochenbett (das sind die ersten Wochen nach der Geburt).

Eine Hebamme begleitet in der Schwangerschaft

FZ: Wie finde ich die für MICH geeignete Hebamme?

Dörnemann: Um die richtige Hebamme für sich zu finden, ist es wichtig zu wissen, was man von ihr erwartet. Möchte man gerne, dass sie einem in der Schwangerschaft mit Rat und Tat zur Seite steht und auch bei der Geburt dabei ist, muss man nach einer Beleghebamme aus der Umgebung suchen. Dies kann man per einfacher Internetsuche machen. Auch in Listen, die in Krankenhäusern ausliegen, ist beschrieben, was die einzelnen Hebammen oder Hebammenpraxen anbieten. In den meisten Fällen ist dies auch mit einem umfangreichen Kursprogramm verbunden (Geburtsvorbereitung, Rückbildung und vieles mehr).

FZ: Was kostet die Arbeit einer Hebamme?

Dörnemann: Jede schwangere Frau hat Anspruch auf Hebammenhilfe. Die Kosten für eine Hebammenbetreuung sowohl in der Schwangerschaft als auch bei der Geburt und im Wochenbett werden von der Krankenkasse übernommen. Auch Kurse wie die klassische Geburtsvorbereitung oder Rückbildung bezahlt die Krankenkasse. Angebote, die darüber hinaus gehen, müssen Schwangere allerdings aus eigener Tasche bezahlen.

FZ: Was macht eine Hebamme bei der Vorsorge?

Dörnemann: Die Vorsorge beinhaltet alle notwendigen Untersuchungen, um zu überprüfen, ob es Mutter und Kind gut geht. Dazu zählen das Größenwachstum des Kindes, die Herztonkontrolle, Blutdruckkontrolle, vaginale Befunde, Blutuntersuchungen und Ernährungs- sowie Sportberatung. Eine Schwangerschaft dauert ca. 40 Wochen. Bis zur 32. Woche gehen Schwangere einmal im Monat zur Vorsorge. Ab der 32. Woche findet die Vorsorge alle zwei Wochen statt. Bei Komplikationen muss man jedoch öfter zur Vorsorge.

In der Schwangerschaft kann man sich mit Schwangerschaftsgymnastik, Aqua-Fitness oder Schwangerschaftsyoga fit halten, um ein besseres Gefühl für den Beckenboden zu bekommen und Rückenschmerzen lindern. Viele Hebammenpraxen, Gesundheitsstudios und Krankenhäuser bieten solche Kurse an.

Auch Großeltern bekommen Tipps von der Hebamme

Hebammen unterstützen die Familie.
Hebammen unterstützen die Familie. © Fotolia Deutschland

FZ: Und was passiert im Geburtsvorbereitungskurs?

Dörnemann: Der Geburtsvorbereitungskurs hilft werdenden Eltern, die Veränderung, die mit einem Kind auf die junge Familie zukommt, besser zu verstehen. Die meisten Teilnehmer haben keine Erfahrung mit einer Geburt oder dem Eltern sein. Oft gibt es Ängste, die auch durch das Umfeld verursacht werden - Horrorgeschichten über die Geburt oder Sprüche wie "Wartet mal ab, bis ihr Eltern seid, ihr werdet euch noch wundern!" setzen unter Druck. Auch die Tatsache, dass eine Geburt nicht planbar ist, macht vielen Paaren Angst.

Neben Informationen zu Schwangerschaft und Geburt werden Paare im Geburtsvorbereitungskurs auch darüber aufgeklärt, welche verschiedenen Arten der Geburtspositionen es gibt. Außerdem werden Dinge wie "Wann muss ich eigentlich in die Klinik?" oder "Was brauchen wir für unser Kind zuhause?" geklärt. Zusätzlich wird das Atmen trainiert - die richtige Technik kann der Frau und ihrem ungeborenen Baby viele Schmerzen ersparen. Ein besonders großes Thema bei der Geburtsvorbereitung ist die Angst vor der Geburt, denn heutzutage glauben viele Frauen, dass ihr Körper diesen Strapazen nicht gewachsen ist.

Manche Hebammenpraxen und Krankenhäuser bieten auch Geburtsvorbereitungskurse für Großeltern an - sehr zu empfehlen! Denn werdende Eltern sind oft dankbar, wenn sie Unterstützung aus der Familie bekommen. Häufig hat die ältere Generation aber noch andere Vorstellungen vom Umgang mit kleinen Kindern - heutzutage werden die Kleinen nicht mehr jeden Tag gebadet oder von Kopf bis Fuß eingepudert. Damit die werdenden Großeltern auf dem neusten Stand sind, werden ihnen in solchen Kursen aktuelle Techniken und Erkenntnisse auf einfache Weise beigebracht. Das stößt bei Klein und Groß oft auf große Dankbarkeit.

Hebammen: Einsatz für Mutter und Kind
Hebammen: Einsatz für Mutter und Kind 00:06:59
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Hebamme zeigt Babymassage & Co.

FZ: Was umfasst die Nachsorge durch eine Hebamme?

Dörnemann: In der Zeit nach der Geburt besucht eine Hebamme die frisch gebackenen Eltern zu Hause. Mütter und Väter haben kostenlosen Anspruch auf einen täglichen Besuch in den ersten zehn Tagen und 16 weitere Besuche in den folgenden acht Wochen. Die Hebamme überwacht dabei die Mutter und das Kind: Sie schaut, dass der Körper der Mutter sich wieder auf "nicht schwanger" einstellt und hilft zum Beispiel bei Still-Problemen. Gleichzeitig wird die Entwicklung des Kindes überprüft: Gewicht, Haut, Atmung, Essverhalten und Verdauung stehen dabei im Vordergrund. Auch beim ersten Baden kann die Hebamme behilflich sein.

Besonders wichtig nach der Geburt ist ein Rückbildungskurs, der den Körper strafft und wieder in Form bringt, denn viele Frauen fühlen sich nach einer Schwangerschaft ziemlich unförmig. Besonderer Fokus hier: der Beckenboden. Denn durch die Belastung in der Schwangerschaft und bei der Geburt können Spätfolgen wie eine Blasensenkung entstehen. Ein trainierter Beckenboden wirkt dem entgegen.

Schön für die Zeit mit einem kleinen Kind sind auch Babymassagekurse. Dabei wird Müttern vermittelt, wie sie Ihr Kind beruhigen können oder was bei Bauchweh zu tun ist. Das wichtigste dabei ist die intensive Zeit, die man mit dem Kleinen verbringen kann. Ohne Anleitung sollte man sein Kind aber nicht massieren, denn es gibt viel, was man falsch machen kann. Deswegen ist ein Massagekurs mehr als empfehlenswert.

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