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Hebamme warnt: „Sie wünschen sich ein Kind? Verhüten Sie bis nach Ostern!“

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Hebamme warnt vor schlechter Versorgungslage
Hebamme warnt vor schlechter Versorgungslage Bis Ostern sollen die Leute besser verhüten 00:02:13
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Die Geburtshilfe ist chronisch unterfinanziert

Die Versorgungslage für Schwangere und frischgebackene Mütter ist derzeit miserabel. Um nicht zu sagen: unter aller Sau. Und es wird nicht besser.

Hebamme Christine Niermann: „Zeugen Sie Ihr Kind besser erst NACH Ostern"

Wie schlecht die Versorgungslage ist, macht ein Post bei Facebook bildlich. Dort schreibt Hebamme Christine Niermann aus Kerken:  „Sie wünschen sich ein Kind? Trotzdem sollten Sie von heute bis ungefähr nach Ostern besser verhüten.“ Der Grund? Einfach, weil eine Versorgung in der Geburtshilfe am Entbindungstermin nicht gewährleistet werden kann. Vor allem im Dezember/Januar, wenn die Kreißsäle personell durch die Feiertage eher schlechter besetzt sind. „Zeugen Sie Ihr Kind besser erst NACH Ostern. Für eine sichere Schwangerschaft und Geburt und ein gut betreutes Wochenbett.“

Eine krasse Aussage.

Eine deutsche Hebamme betreut dreimal so viele Gebärende wie in Großbritannien oder Norwegen

Um den Missstand in der Geburtenhilfe noch deutlicher zu machen: Der 'Deutsche Hebammen Verband' hat erst kürzlich eine Mitteilung herausgegeben, darin heißt es:  Eine deutsche Hebamme betreut dreimal so viele Gebärende wie in Großbritannien oder Norwegen. Empfohlen wird eine Eins-zu-eins-Betreuung. Nur hält sich niemand an die Empfehlung. Hierzulande weiß man um die Schieflage der klinischen Geburtshilfe, doch unternommen wird kaum etwas. Im Gegenteil.

Schlechte Finanzlage: Immer mehr freiberufliche Hebammen ziehen sich aus dem Beruf zurück

Durch den Anstieg der Haftpflichtbeiträge für freiberufliche Hebammen ziehen sich viele aus dem Beruf zurück. Wer im Krankenhaus arbeitet und dort angestellt ist, muss oftmals mit der enormen Belastung kämpfen. Da aber auch die angestellten Hebammen immer weniger werden, müssen in vielen Regionen Deutschlands Kreißsäle schließen. Gründe für die Schließungen sind nicht immer eindeutig. Aber oftmals sind sie finanziell nicht rentabel genug, die kleinen Krankenhäuser. Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands meint zur aktuellen Situation: „Der ökonomische Druck auf Kliniken in Deutschland hat dazu geführt, dass die Versorgung von Frauen in der Geburtshilfe schlecht ist. Jahrzehntelang wurde am Personal gespart, um Geld zu verdienen. Die Geburtshilfe insgesamt ist chronisch unterfinanziert.“ Der Deutsche Hebammenverband hat konkrete Zahlen. 1991 gab es noch 1.186 Kliniken, in denen Geburten möglich waren. 2014 waren es nur noch 725 Kliniken mit Geburtshilfe.

Wie wichtig Hebammen sind und welche Aufgaben sie übernehmen, erfahren Sie in folgendem Video.

Hebamme: Ab wann brauche ich Unterstützung?
Hebamme: Ab wann brauche ich Unterstützung? Das macht eine Hebamme 00:02:21
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Landkarte der Kreißsaalschließungen

Um den aktuellen Missstand zu verdeutlichen, gibt es vom Verband der Hebammen auf ihrer Webseite "Unsere-hebammen.de" eine Landkarte der Kreißsaalschließungen im ganzen Land. Dort werden seit Anfang 2015 die Schließungen von Kreißsälen dokumentiert. 51 wurden seither geschlossen oder sind von einer Schließung bedroht! Wo die Geburtshilfe fehlt, kann man auf der Seite ebenfalls nachschauen: Wer keine Hebamme findet, die bei der Geburt oder danach unterstützend zur Seite steht, kann das dort melden.

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