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Hausunterricht für kranke Kinder: Ordnungsamt droht Mutter mit Gefängnis

Sie unterrichtet zuhause - und soll deshalb ins Gefängnis
Sie unterrichtet zuhause - und soll deshalb ins Gefängnis Wegen gesundheitsschädigender Stoffe in der Schule 00:02:26
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Kinder wurden krank durch Schule

Weil sie ihre Kinder zuhause unterrichtet, droht einer Frau aus Görzig in Sachsen-Anhalt ein halbes Jahr Gefängnis. Seit einigen Monaten unterrichten sie und ihr Mann die neun- und zehnjährigen Söhne Paul und Tom auf dem heimischen Dachboden. Denn in der örtlichen Grundschule wurden im Sommer 2015 erhöhte Benzaldehyd-Werte festgestellt, die aus dem Boden austreten.

Hausunterricht für kranke Kinder: Ordnungsamt droht Mutter mit Gefängnis
Muss die Mutter deshalb ins Gefängnis? © picture alliance / AP Photo, Wade Payne

Das Gesundheitsamt verpflichtete die Schule lediglich zu regelmäßigem Lüften. Für Paul und Tom, beide Asthmatiker, reichte diese Maßnahme nicht. Sie litten regelmäßig unter Atembeschwerden und Kopfschmerzen.

Behörde verweigert Schulwechsel

Die Eltern beantragten die Versetzung auf eine Schule im Nachbarort. Die Schulbehörde ist allerdings der Meinung, dass kein Härtefall vorliegt, der eine solche Versetzung rechtfertigen würde. Seitdem unterrichten die Eltern die Kinder zuhause, mit Genehmigung der örtlichen Schule, aber ohne Zustimmung des Ordnungsamtes.

Das schickt seit Wochen Bußgeldbescheide und droht jetzt sogar mit Gefängnis. Die Mutter will sich weiterhin nicht einschüchtern lassen. Die Gesundheit ihrer Jungs gehe vor. „Bevor ich zahle, sollen sie mich doch einsperren…“, sagt sie.

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