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Haustier gestorben: Wie gehe ich mit meiner Trauer am besten um?

Wie viel Trauer ist normal, wenn das Haustier gestorben ist?
Ein Haustier ist für viele Menschen ein vollwertiges Familienmitglied. Wenn es stirbt, ist die Trauer oft riesengroß. © picture alliance / Bildagentur-o

Wie viel Trauer ist normal, wenn das Haustier gestorben ist?

Mit den meisten Haustieren teilen wir über Jahre oft unser gesamtes Leben. Ob Wohnung, Alltag oder Freizeit – in vieles versuchen wir sie zu integrieren und nahezu alles richten wir nach ihren Bedürfnissen aus. Die meisten Menschen wirft der Verlust eines Haustiers daher völlig aus der Bahn. Aber wie viel Trauer ist überhaupt normal und wie gehe ich am besten damit um?

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Für Kinder und Jugendliche ist das Ableben eines Haustieres ein besonders großer Verlust. Denn sie haben in der Regel die meiste Zeit und oft den Großteil ihres bisherigen Lebens mit dem Tier verbracht. Häufig ist es für junge Menschen überhaupt die erste Berührung mit dem Thema Tod. Sie können daher nur sehr schwer mit der Situation umgehen, fühlen sich hilflos und ohnmächtig.

Aber auch für Erwachsene kann der Tod eines Haustieres ein nur schwer zu verkraftendes Ereignis sein. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen ohne Partner und in Single-Haushalten leben, ist das Haustier neben Familie und Freunden oft die wichtigste 'Bezugs-Person'. Aber auch in Familien erlebt man, dass Hund, Katze und Co. in kürzester Zeit zu vollwertigen Mitgliedern werden. So ist es völlig normal, dass der Tod des Tieres eine Lücke hinterlässt und zu Zuständen tiefster Trauer führt.

Und Trauer nimmt Zeit in Anspruch. Zeit, die sich jeder nehmen sollte, denn Trauer muss man ausleben und zulassen. Auch wenn das Umfeld nicht verstehen mag, warum einen der Verlust so sehr schmerzt, es sei ja schließlich 'nur' ein Tier gewesen.

Im Gegenteil: Es ist völlig normal und wichtig, sich seinem Kummer hinzugeben. Denn wer seine Traurigkeit versucht zu unterdrücken, den wird sie irgendwann einholen. Daher ist es besser den Schmerz, den der Tod des Haustieres in einem auslöst, an sich herauszulassen.

So funktioniert Trauerbewältigung

Bei der Trauerbewältigung kann in einem ersten Schritt ein feierliches Begräbnis oder eine Zeremonie helfen. Beachten Sie dabei jedoch, dass an die eigenständige Bestattung eines Tieres Bedingungen geknüpft sind: So dürfen laut Gesetzgeber Haustierbegräbnisse nur auf einem Privatgrundstück stattfinden und das auch nur, wenn es sich nicht in einem Wasserschutzgebiet befindet. Das Grab muss mindestens 60 Zentimeter unter der Erde liegen. Alternativ kann das Ganze auf einem offiziellen Tierfriedhof stattfinden – dann sind Sie definitiv auf der sicheren Seite.

Wichtig zur Trauerbewältigung ist außerdem, dass der Trauernde nicht vergisst: Eine Fotocollage, eine Zeichnung oder ein Gemälde sind daher schöne Ideen und geben dem Trauernden die Chance sich in Momenten aufkommenden Schmerzes an gemeinsame Momente mit dem Tier zu erinnern.

Es gibt noch weitere, von der Gesellschaft als unkonventionell angesehene Methoden der Trauerbewältigung. Manche lassen sich zum Beispiel ein Portrait oder den Namen des verstorbenen Tieres tätowieren. Andere bewahren sich ein paar Strähnen vom Fell auf oder lassen sich daraus Schmuck anfertigen. Hundeprofi Martin Rütter beispielsweise hat in einem Interview mit VOX verraten, dass er die Asche seiner verstorbenen Golden-Retriever-Hündin Mina zu einem Kunststein hat pressen lassen.

Auf viele Menschen wirkt diese Art der Trauer und Trauerbewältigung jedoch sonderbar. Daher muss man sich die Frage stellen: Wie viel Trauer ist überhaupt normal?

Grundsätzlich gilt: Alles, was dem Trauernden dabei hilft über den Tod des geliebten Weggefährten hinweg zu kommen, ist in Ordnung. Egal, ob es ein Begräbnis, eine Tätowierung oder ein Schmuckstück ist.

Nach einer gewissen Zeit sollte der Tod des Haustieres jedoch verarbeitet, akzeptiert und die Trauerphase vorüber sein. Erst dann ist eine Neuorientierung möglich. Das heißt, erst dann kann darüber nachgedacht werden, ein neues Haustier anzuschaffen.

Besonders bei Kindern ist es wichtig, keinen Druck auszuüben oder gar gleich ein neues Haustier zu kaufen. Das ist nämlich häufig die Reaktion besorgter Eltern. Doch es handelt sich bei einem Haustier eben nicht um ein Spielzeug. Ein neues Tier kann kein schneller Ersatz für ein geliebtes Lebewesen sein.