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Haustier als Partnerersatz: Fluch oder Segen?

Haustiere statt Familie
Haustiere statt Familie Jeder siebte Tierhalter sieht Haustier als Partnerersatz 00:00:21
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Jeder siebte Tierhalter sieht im Haustier einen Partnerersatz

Können Tiere ein Ersatz für den Partner oder für Kinder sein? Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov offenbar schon. Ein Viertel der Befragten gibt an, dass ihre Haustiere Freunde und Kinder ersetzen. Jeder Siebte betrachtet sein Tier sogar als Partner.

Haustier als Partnerersatz: Fluch oder Segen?
Wieviel Nähe zum Tier ist gesund?

Fest steht für fast alle, dass ihre Lieblinge vollwertige Familienmitglieder sind. Des Weiteren gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass Tierhalter seltener an Depressionen erkranken, weniger Stress empfinden und sogar ein deutlich geringere Herzinfarkt-Risiko haben. Auch für Partnerschaften gilt es nach einer gewissen Beziehungsdauer als Bereicherung, einen gemeinsamen Blick auf ein Haustier zu haben, insbesondere wenn es keine Kinder gibt oder diese bereits ausgezogen sind. Ein gemeinsames Haustier schweißt dessen Halter zusammen.

Zu enge Bindung kann Mensch und Tier schaden

Auch für einsame Menschen bietet ein Haustier die Chance auf eine behutsame Heranführung an soziale Bindungen. Der Umgang mit dem Tier kann die Angst vor Zurückweisung lindern und dafür sorgen, dass Menschen anderen Menschen gegenüber auch offener werden. Hundehaltern bietet sich darüber hinaus die Chance, auf Spaziergängen mit anderen Hundehaltern in Kontakt kommen.

Eine zu enge Bindung mit dem Haustier birgt allerdings auch Risiken. Sowohl für den Tierhalter als auch für das Haustier. Tierhalter, die sich zu eng an ihr Tier klammern, riskieren, die Bindung zum Tier zu idealisieren und sich dadurch noch mehr abzuschotten. Da menschliche Partnerschaften gewöhnlich auf Demokratie basieren, übertragen manche Menschen diese Einstellung auf ihren Hund. Der ist allerdings von Natur aus auf Führung angewiesen und fühlt sich wohl, wenn ihm Grenzen gesetzt werden. Spürt das Tier diese Grenzen nicht, reagiert es mit Respektlosigkeit und Ignoranz und gerät in einen Zustand der Irritation.

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