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Haustier-Allergien: Hat Ihr Hund etwa Heuschnupfen?

17.08.15 16:21
Hunde-Allergie
Bildquelle: dpa bildfunk
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Auch Vierbeiner leiden unter Nies-Attacken

Wenn sich Dackel Waldi kratzt, reagiert er vielleicht allergisch - auf Staub oder vielleicht sogar auf sein Herrchen. Tierallergien nehmen zu, Schätzungen zufolge sind 5 Prozent aller Haustiere davon betroffen.

Bei Menschen gehören Allergien zu den am weitesten verbreiteten und stark unterschätzten Krankheiten. Jeder dritte Deutsche leidet mittlerweile an Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis, Glutenintoleranz oder an einer Insektengiftallergie. Und auch unsere Vierbeiner leiden unter Nies-Attacken und geschwollenen Augen.

Bei Tieren sind Allergien noch wenig bekannt und nur schwierig zu erforschen, sagt der Tiermediziner Professor Ralf Müller. Es gebe viele Parallelen: Tiere könnten ähnlich wie Menschen mit starkem Juckreiz auf Staub- und Futtermilben reagieren. Forscher der Universität Edinburgh haben zuletzt sogar herausgefunden, dass zwei Prozent der Hauskatzen gegen Menschen allergisch sind. "Es gibt positive Hauttests bei Hunden auf humane Hautschuppen", sagt Professor Müller. Ob Ihr Tier an einer Allergie leidet, erkennen Sie, indem Sie es genau beobachten.

Heuschnupfen
Symptome: Nach dem Spaziergang an der frischen Luft tränen Fiffi die Augen? Wenn Ihr Tier im Wald oder auf der Wiese regelmäßig Atembeschwerden bekommt und mit tränenden oder juckenden Augen zu kämpfen hat, leidet es eventuell unter Heuschnupfen. Auch plötzliche Nies-Attacken in der Heuschnupfenhochsaison können darauf hindeuten - fast wie beim Menschen.
Was hilft? Ein Allergietest beim Tierarzt gibt Klarheit über die Ursachen der Probleme. Bluttests oder Intrakutan-Tests zeigen, auf welche Pollenarten das Tier verschnupft reagiert. Anschließend wird eine spezielle Therapie mit lindernden Medikamenten (Antiallergika) und einer langfristigen Hyposensibilierung gestartet.

Menschen-Allergie
Symptome: Katzenhaare wirken auf viele Menschen wie eine Abreibung mit Juckpulver. Vielleicht geht es Ihrem Stubentiger ähnlich, wenn er Sie sieht - Tiere können nämlich allergisch auf Menschen reagieren. Diese spezielle Allergieform ist allerdings schwer zu diagnostizieren: "Wir können den Hund ja nicht in den Wald schicken und schauen, ob es ihm ohne Menschen besser geht", sagt Professor Müller. Haare und Hautschuppen des Menschen lösen folgende Symptome aus: Niesen, juckende Haut, Atemprobleme.
Was hilft? Teilweise bringt eine Inhalations-Therapie wie bei Asthma-Erkrankungen Erfolg. Alternative: Eine Kontaktsperre mit Herrchen und Frauchen. Diese Extremvariante dürfte aber schwer durchführbar sein.

Staub-Allergie
Symptome: Atopische Dermatitis lautet der Fachbegriff für die gemeine Umweltallergie. Gemein deshalb, weil sie heftigen Juckreiz an Gesicht, Pfoten und Bauch auslöst. Betroffene Tiere kratzen sich wund und lecken ständig ihre Pfoten und Achselhöhlen oder auch den Bauch! Oft fallen die Haare an den juckenden Stellen aus, weil so heftig gekratzt wird. Stauballergien verursachen das ganze Jahr über Symptome, im Gegensatz zum saisonalen Heuschnupfen.
Was hilft? Ein Tierarzt muss durch Untersuchungen zunächst andere Krankheiten ausschließen, danach gibt ein Hauttest Hinweise auf den Allergieauslöser. Der Arzt rasiert eine kleine Stelle am Brustkorb und spritzt dem Tier Mini-Mengen der gängigsten Allergene. Nach 30 Minuten ist meistens eine Reaktion zu sehen - oder auch nicht. Auf den Test folgt eine Desensibilisierung mit passenden Allergenextrakten. Dauer: Mindestens 2 bis 3 Jahre, manchmal muss das Tier ein Leben lang behandelt werden. Bei leichten, saisonalen Allergien werden Antihistaminika und Kortison-Therapien eingesetzt.

Futter-Allergien
Symptome: Durchfall und Erbrechen können auf eine Futter-Allergie hindeuten. Meistens quält die Tieren allerdings ein heftiger Juckreiz an den Pfoten oder im Gesicht. Sie kratzen, reiben oder beißen sich an den betroffenen Stellen, wie Experten der Medizinischen Kleintierklinik der Universität München betonen. Hintergrund: Die Tiere reagieren auf ein bestimmtes Protein im Futter - meistens aus Rindfleisch, Fisch oder Huhn, seltener auf Proteine aus Weizen, Eiern oder Milch. Manchmal lösen auch bestimmte Farb- oder Konservierungsstoffe das Problem aus.
Was hilft? Tierärzte setzen auf die sogenannte 'Eliminationsdiät' - bestimmte Nahrungsbestandteile, die Allergien auslösen könnten, werden für einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen einfach nicht mehr verfüttert. Tritt eine Verbesserung ein, wird der Stoff komplett aus dem Speiseplan des Tieres gestrichen.

Ob Tiere auf dem Land weniger allergisch seien als Tiere in der Stadt, lässt sich nicht sagen. Wissenschaftlich bewiesen ist aber, dass Kinder später weniger Allergien entwickeln, wenn Tiere im Haushalt leben.

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