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Hashimoto-Thyreoiditis: Sind Sie nur müde oder krank?

Hashimoto: Wenn das Immunsystem nicht mehr schützt
Hashimoto: Wenn das Immunsystem nicht mehr schützt Bereits 8 Millionen Deutsche betroffen 00:02:28
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Hashimoto-Thyreoiditis ist oft der Grund für Frühjahrsmüdigkeit

Müde, antriebslos und ein paar Kilogramm mehr auf den Hüften als sonst? Das muss nicht an der bekannten Frühjahrsmüdigkeit liegen, denn häufig liegt die Ursache dafür in einer Schilddrüsenentzündung namens Hashimoto-Thyreoiditis.

Hashimoto Thyreoiditis ist oft der Grund für Frühlingsmüdigkeit
Immer mehr Deutsche leiden an der Autoimmunerkrankung © Fotolia

Die Autoimmunerkrankung flammt häufig im Frühjahr auf, wenn sich das Immunsystem umstellt, Infekte bekämpft oder auf Pollen reagiert, so Professor Detlef Moka, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. im Gespräch mit der 'Ärzte-Zeitung'.

Um die Schilddrüse der Deutschen scheint es schlecht bestellt zu sein, denn immer mehr Menschen leiden an der Erkrankung. Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem, das Menschen vor Fremdstoffen schützen soll, fängt an, körpereigene Strukturen anzugreifen. In 80 Prozent der Fälle sind Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren davon betroffen.

Diagnose Hashimoto

Bei Hashimoto attackiert das Immunsystem aus bisher unerforschten Gründen das eigene Schilddrüsengewebe und zerstört es allmählich. Die daraus entstandene Entzündung produziert zunächst eine Überfunktion. In Folge sinkt die Produktion der Schilddrüsenhormone, was schließlich zu einer Unterfunktion führt. Entdeckt wurde die Erkrankung 1912 von dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, nach dem sie auch benannt wurde.

Der Krankheitsverlauf von Hashimoto unterscheidet sich von Patient zu Patient. Manche Betroffene kommen mit der Erkrankung besser zurecht und haben kaum Probleme, andere wiederum sind durch die Erkrankung stark eingeschränkt. Außerdem verläuft Hashimoto in Schüben, wodurch sich die Symptome abwechseln. Das erschwert die Diagnose, da oftmals kein eindeutiges Krankheitsbild diagnostiziert werden kann.

Die Diagnose selbst wird mittels Ultraschalluntersuchung und Bluttest gestellt. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Betroffene müssen täglich Schilddrüsenpräparate einnehmen. Bei einer guten Einstellung, die durch regelmäßige Blutuntersuchungen kontrolliert wird, sind Patienten beschwerdefrei, so Moka. Um das Wohlbefinden noch zusätzlich zu verbessern, kann die Einnahme von Selen hilfreich sein. Das Spurenelement lindert die Entzündungsaktivitäten der Schilddrüse und balanciert das Immunsystem aus.

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