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Hartz IV: Kein Geld für den Tierarzt?

Für Haustiere gibt es keinen Zuschuss

Das Leben unter den Bedingungen von Hartz IV ist hart, oft schikanös und manchmal gibt es sogar kleine, bittere Tragödien. Dann nämlich, wenn heißgeliebte, langjährige Haustiere krank werden und es kein Geld für den Tierarzt gibt.

Kai und Karin Major müssen im Wesentlichen mit dem auskommen, was die Hartz-Regelsätze hergeben: Als Epileptikerin wurde Karin frühverrentet, Kai ist arbeitslos und erhält Hartz IV. Das kinderlose Paar lebt gemeinsam mit drei Katzen. Für ihre Haustiere schnallen beide gern den Gürtel enger, aber irgendwann half auch das nicht mehr. Einer der Stubentiger erkrankte an einem Tumor. Behandlungskosten 500 Euro! Ein Vermögen für die Majors. Den Haustierzuschuss für Hartz-IV-Empfänger gibt´s schon lange nicht mehr. Was sollten sie tun? Die Katze einschläfern lassen?

Es ist seit langem bekannt, dass Haustiere sehr positive Wirkungen auf die Gesundheit ihrer Halter haben. Menschen, die selbst keine Kinder bekommen können oder die alt und isoliert leben, gewinnen mit den Tieren wieder eine Gemeinschaft. Hundehalter müssen raus an die frische Luft, Katzenfreunde bekommen jemanden zum Schmusen. Wer ein Haustier hat, ist in der Regel fröhlicher und gesünder als jemand ohne Tier.

Die Abschaffung des Haustierzuschusses wird deswegen oft auch von den Wohlfahrtsverbänden kritisiert: Damit produziere der Staat erhöhte Gesundheitskosten bei Menschen, denen es ohnehin nicht besonders gut geht.

Es gibt manchmal jedoch trotzdem eine gute Lösung: In einigen Städten existieren Tiertafeln. Über deren Sponsoren werden gelegentlich auch Kosten für Tierarzt-Behandlungen aufgefangen. Manche Tierärzte behandeln die Tiere armer Menschen auch zu Sonder-Konditionen. Bei Bedarf sollten Sie dort einmal nachfragen.

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