Hartz IV 2013: Das sind die erschütternden Fakten

Jeder elfte Deutsche muss mit Hartz IV auskommen
Jeder elfte Deutsche muss mit Hartz IV auskommen 1,6 Mio. Kinder schon Opfer der Arbeitslosigkeit 00:02:15
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Immer mehr Hartz-Elend

Das Elend wächst. So lässt sich zusammenfassen, was das Statistische Bundesamt jetzt zum Thema Hartz IV im Jahr 2013, dem zehnten ‚Jubiläumsjahr‘ nach der Übergabe des Berichts ‚Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt’ am 24.12.2003 in Berlin, ermittelt hat. Jeder elfte Deutsche – insgesamt 7,4 Millionen Menschen – bezog Ende 2013 Hartz IV. Das sind rund zwei Prozent mehr als im Jahr 2012.

Mit Hartz IV verschlechterte sich die soziale Lage vieler Millionen Deutscher dramatisch: Der Anspruch auf Arbeitslosenhilfe entfiel, und was sich hinter dem Modul 3 des Berichts ‚Neue Zumutbarkeit‘ verbirgt, wurde vielen qualifizierten Arbeitskräften erst nach und nach schmerzhaft bewusst: Ihre Erfahrungen und Fähigkeiten zählten nicht mehr.

Damit einher geht auch die verschlechterte gesundheitliche Lage: Hartz IV macht krank. Das ist in vielen Studien nachgewiesen. Hartz IV-Bezieher müssen sich nicht nur mit Armut inmitten einer Wohlstandsgesellschaft auseinander setzen, sondern auch mit einem systematisch gebrochenen Selbstbewusstsein.

Das gilt auch für die 1,6 Millionen Kinder und Jugendlichen (bis 15 Jahren), die unter Hartz IV-Bedingungen aufwachsen müssen. Ihre Armut setzt sie häufig genug einem Mobbing in Schule und Kindergarten aus.

Hartz IV ist ein regionales Phänomen: Jeder fünfte Berliner, 17 Prozent der Bremer und 14 Prozent der Einwohner von Sachsen-Anhalt sind betroffen. Im Schnitt erhält ein Hartz-Haushalt 843 Euro im Monat. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 33,2 Milliarden Euro.

Bernd Siggelkow von der 'Arche' in Lauchhammer, Brandenburg, kennt die Misere. Er weiß, dass die hohen Gesamtkosten für Hartz IV erschreckend sind. Er weiß aber auch, dass die Betroffenen am untersten Rand des finanziell Machbaren leben müssen. Die Arbeit der 'Arche' und vieler ähnlicher Einrichtungen, die sich um Hartz IV-Empfänger kümmern, wird maßgeblich durch Spenden finanziert. Vielleicht wäre es in der Adventszeit eine gute Idee, hierfür zu spenden.

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