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Happy-Heart-Syndrom: Wenn positiver Stress zum Herzinfarkt führen kann

Herzinfarkt Happy Heart Syndrom
Vor allem Frauen bei Frauen führt emotionaler Stress zu Herzleiden.

Neue Erkenntnisse zu Herzproblemen

Stress, Ärger und Ängste sind schlecht für unser Herz und können damit die Gefahr eines Infarkts erhöhen. Das ist nicht besonders überraschend. Forscher fanden nun jedoch heraus, dass auch positive Emotionen zu einem Herzinfarkt führen können. Einer Studie zufolge steigt die Wahrscheinlichkeit ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden am eigenen Geburtstag um 27 %.

Das Tako-Tsubo-Syndrom – auch „Broken-Heart-Syndrom“ genannt – ist ein erstmals in Japan beschriebenes Krankheitsbild, welches die akut einsetzende Funktionsstörung der linken Herzkammer mit herzinfarktähnlicher Symptomatik beschreibt. Bisher schienen vor allem Frauen nach der Menopause, die unter psychischen oder physischen Belastungen leiden, betroffen. Erkenntnisse des Neurologen Gustavo Saposnik sowie des Universitätsklinikums Zürich lassen jedoch darauf schließen, dass auch positive Ereignisse Krankheitsauslöser sein können. So war eine Patientin kurz vor Erkrankung Großmutter geworden, eine weitere gewann einen Jackpot.

Ähnliche Befunde bei positivem und negativem Stress

Zwar scheint negativer Stress bei einer höheren Zahl der Betroffenen krankheitsauslösend, allerdings fanden die Forscher kaum Unterschiede bezüglich Symptomatik und Befunden im Vergleich der beiden Syndrome: „Symptome wie Brustschmerzen, Dyspnoe (Atemnot), ebenso wie Baseline-Charakteristika, kardiovaskuläre Risikofaktoren, EKG- und Laborbefunde, waren in beiden Gruppen ähnlich“, erklärt Veronika Schlimpert in der Ärzte-Zeitung.

Diese ähnlichen Merkmale legen die Vermutung eines gemeinsamen Signalwegs positiver wie negativer Ereignisse im Gehirn nahe. Dort können demnach dieselben biochemischen Prozesse in Gang gesetzt werden, die schließlich das Tako-Tsubo-Syndrom auslösen. Wie die Mechanismen und Zusammenhänge im Detail funktionieren, gilt es weiter zu erforschen. Beruhigend bleibt aber die vergleichsweise niedrige Anzahl an Happy-Heart-Syndrom-Fällen. Die Gefahr eines Schadens an unserem Herzen aufgrund von Freude scheint demnach geringer zu sein als bei Ärger und Ängsten.

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