GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Hallux Valgus: Welche OP-Methoden gibt es?

Hallux Valgus: Welche OP-Methoden gibt es?
© KCSPresse / Splash News

Hallux Valgus: Welche OP-Methoden gibt es?

Es gibt verschiedene Operationsmethoden, um die Zehenfehlstellung Hallux Valgus zu korrigieren. Welche Operation für Sie geeignet ist, müssen Sie individuell mit Ihrem Arzt besprechen. In manchen Fällen wird das Verfahren sogar erst während der Operation entschieden. Während früher ein operativer Eingriff so lange es ging hinausgezögert wurde, raten heute viele Orthopäden zu einer frühzeitigen Korrektur, wenn die Funktionsschäden des Fußes noch nicht allzu sehr ausgeprägt sind.

Die wohl bekannteste Operationsform bei Hallux Valgus ist die Methode nach Austin/Chevron, die bei leichter bis mittelschwerer Fehlstellung vorgenommen wird. Bei der Operation wird das überschüssige Knochengewebe abgetragen und der erste Mittelfußknochen mit einer Säge durchtrennt. Die zwei Mittelfußknochensegmente werden dann mit einer Schraube fixiert.

Die Basisosteotomie wird bei mittelschweren bis schweren Formen des Hallux Valgus durchgeführt, wobei ein kleiner Keil aus dem ersten Mittelfußknochen herausgeschnitten und in die richtige Position gebracht wird. Der durchtrennte Knochen wird dann mit Hilfe von Schrauben fixiert, die später auch nicht mehr entfernt werden.

Nach OP auf hohe Schuhe verzichten

Die Operation nach McBride (Weichteil-OP) wird vor allem bei jüngeren Patienten durchgeführt, bei denen die Zehenfehlstellung passiv auszugleichen ist und der Hallux Valgus nur leicht ausgeprägt ist. Wie bei der Operation nach Austin wird das überschüssige Knochengewebe am Großzehengelenk abgetragen. Sowohl einzelne Muskeln als auch Kapseln am Zeh werden verlagert und gestrafft. Der Knochen selbst bleibt vollständig erhalten. Im Gegensatz zur Basisosteotomie wird das Gelenk nicht mit Schrauben fixiert.

Der Patient muss für die darauffolgenden fünf bis sechs Wochen einen Spezialschuh tragen, der den Vorderfuß entlastet. Die Operationen werden entweder unter Vollnarkose oder regionaler Betäubung durchgeführt. Die Dauer der Operation hängt von der jeweiligen Operationsmethode ab. Zum Zeitpunkt der Hallux-Operation sollten Sie vollkommen gesund sein. Patienten mit Durchblutungsstörung in den Beinen sollten auf eine Operation besser verzichten. Durch die längere Ruhigstellung des Beines während der OP erhöht sich auch das Thromboserisiko. Zur Vorbeugung bekommen Sie deshalb Spritzen.

Nach dem Eingriff bleiben Sie noch eine Weile unter Beobachtung, bis Sie sich fit genug fühlen, um aufzustehen. Der Fuß sollte am besten hoch gelagert und kühl gehalten werden. Ein Verband oder ein Gips ist nicht weiter erforderlich. Es gibt zwar nie eine Garantie für den Erfolg einer Hallux-OP, aber nur in den seltensten Fällen ist ein weiterer Eingriff erforderlich.

Anzeige