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Häusliche Pflege: Pflege zu Hause mit finanzieller Unterstützung

Zuhause Pflegen: Sie haben Anspruch auf Pflegegeld
Wer Angehörige zuhause pflegt, hat Anspruch auf Pflegegeld © dpa, Z1008 Jens Kalaene

Pflege daheim: Das steht Ihnen laut Gesetz zu

Die meisten Menschen wünschen sich, so lange wie es irgendwie geht, zuhause zu leben. Die Entscheidung, diesen Wunsch seiner Angehörigen zu erfüllen, ist nicht leicht und sollte wohlüberlegt sein. Häusliche Pflege geht nur mit finanzieller Unterstützung.

Schauen Sie sich Ihre Lebenssituation genau an: Bin ich zeitlich in der Lage, diese Pflege zu übernehmen? Bin ich bereit, diese Belastung auf mich zu nehmen? Schaffe ich es körperlich, meine Angehörigen zu pflegen? Hilfe bei der Entscheidung bieten Beratungsstellen, wie die sogenannten 'Pflegestützpunkte', Verbraucherzentralen oder aber Pflegedienste in Ihrer Nähe.

Wenn Sie Angehörigen zuhause pflegen, haben Sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung. Ansprechpartner ist die Krankenkasse des zu Pflegenden. So gibt es zum Beispiel Geld, wenn die Wohnung umgebaut werden muss, oder für Anschaffungen wie ein Pflegebett oder einen Treppenlift. "Hier gilt: Kassenleistungen werden ausschließlich auf Antrag vergeben. Niemand rennt hinter Ihnen her und will Geld verschenken", so Pflegesachverständige Manuela Raiss.

Auch Geld aus der Pflegeversicherung ('Pflegestufen') muss bei der Krankenversicherung beantragt werden. Wer sich entscheidet, seinen Angehörigen zuhause zu pflegen, ist nicht gleich Experte auf dem Gebiet. Wie wäscht man jemanden am besten, wie dreht man die zu pflegende Person im Bett – solche Fragen werden in sogenannten Pflegekursen geklärt, die zum Beispiel die Krankenkassen anbieten.

Dank des Familienpflegezeit-Gesetzes, haben Beschäftigte seit 2012 die Möglichkeit, ohne allzu hohe Gehaltsseinbußen für zwei Jahre ihre Arbeitszeit zu verringern. Das Gesetz sieht vor, dass Beschäftigte für maximal zwei Jahre ihre Wochenarbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren können, wenn sie einen nahen Angehörigen pflegen. Um Gehaltseinbußen abzufedern, ist eine Lohnaufstockung vorgesehen. Wer zum Beispiel befristet von einer Vollzeit- auf eine Halbzeitstelle wechselt, erhält unverändert 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Dieser Vorschuss muss anschließend abgearbeitet werden.

Häusliche Pflege geht mit und ohne Unterstützung eines Pflegedienstes

Weitere Unterstützung gibt es für pflegende Angehörige auch durch ehrenamtliche Pflegebegleiter (www.pflegebegleiter.de). Außerdem gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen, zum Beispiel in Mehrgenerationenhäusern. Austausch sei für die pflegenden Angehörigen sehr wichtig, so Manuela Raiss. "Man kommt so aus der Vereinsamung und auch Tabuisierung heraus."

Viele Pflegende lassen sich bei den täglichen Aufgaben von einem Pflegedienst unterstützen. Einen ersten Ansatzpunkt, den richtigen Dienst zu finden, bietet die Seite. www.pflegelotse.de. Hier werden Pflegedienste und Heime vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) benotet. Ansonsten sollten Sie nach Kriterien wie Flexibilität und der Qualität der Beratung entscheiden und Sie sollten auf Ihr Bauchgefühl achten: Haben Sie Vertrauen zur Person? Können Sie sich vorstellen, dass diese Person Ihren Angehörigen pflegt? Das ist entscheidend, denn der Pflegedienst wird von nun an mehrmals täglich bei Ihnen im Haus sein.

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