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Haare entfernen: Zwischen Radikal-Entfernung und Wildwuchs

An welchen Stellen sollten sich Männer und Frauen rasieren?
An welchen Stellen sollten sich Männer und Frauen rasieren? © Peter Jobst

Haare entfernen ist ein lästiges Schicksal

Als ich mir neulich seufzend die Beine rasierte, mich mit dieser ewigen Prozedur beschäftigte, die immer wieder auf einen zukommt, dachte ich daran, wie es trotz aller Plackerei unheimlich schön ist, jetzt, wo es warm wird, wieder Haut zeigen zu dürfen. Tja, und wie gleichermaßen anstrengend, sich ständig um die Haarentfernung kümmern zu müssen. Ist das unser Schicksal, Frauen? Solange wir wollen, dass uns die Männer auf die soften Beine schauen? Enthaaren, enthaaren, enthaaren.

Stichwort "Männer": Liegt hier eine himmelschreiende Ungerechtigkeit vor? Wie oft rasieren sich Männer? Ich spreche hier nicht vom Gesicht. Ich meine die Beine, den Bauch, den Po. Zu meiner Beruhigung durfte ich beobachten, dass in den letzten Jahren auch die Männer mit dieser Last leben. Jedenfalls Trendsetter.

Gerade neulich habe ich einen nackt gesehen, der hatte lediglich Haare auf dem Kopf. Ich müsste gratulieren, wir teilen das schwere Los, uns regelmäßig enthaaren zu müssen, investieren Zeit und Geld. Fast wollte ich ihm zurufen: "Bravo Schwester!"

Haare entfernen, bis nichts mehr da ist?

Doch: Gefiel mir dieser Mann wirklich? Schwer zu sagen. Haare auf dem Kopf finde ich toll. Haare auf dem Rücken, auf dem Po und Haare, die aus dem Nasenloch luken, die finde ich schrecklich. Da geht es Euch sicher ähnlich. Kompliziert wird die Sache allerdings, was das beste Stück des Mannes angeht. Wildwuchs ist in dieser Region, sagen wir, lästig. Dort muss zumindest gestutzt werden. Muss!

Aber Radikal-Entfernung? Wenn einer dann noch Glatze hat, sieht er aus wie ein Wurm. Ein guter Freund von mir, ein rein platonischer Freund, schwärmte mir vor, wie sensibel der Mann ist, wenn er unten ohne geht. Das Gleiche gelte für die Frau. Ungeahnte erotische Genüsse seien möglich. Das machte mich natürlich neugierig und nachdenklich. Man müsste es auf jeden Fall ausprobieren. Ich habe es auch schon ausprobiert. War gut.

Mein Einwand: Bevor man fühlt als Frau, guckt man. Da geht es Euch bestimmt ähnlich. Und macht uns das an, wenn ein Mann aussieht als habe er einen frisch geborenen Hamster zwischen den Beinen? Ein großer langer Wurm mit einem kleinen haarlosen Tier zwischen den Schenkeln? Vielleicht törnt uns dieser Anblick total ab, und es kommt gar nicht mehr zum Fühlen. Das mag von Frau zu Frau verschieden sein. Ich finde den Anblick jedenfalls ulkig. Ulkig ist das Gegenteil von sexy.

Wenn uns aber Männer auf die nackten makellos rasierten Beine schauen, die aus einem Sommerkleid hervorluken, fühlen sie viel. Immer. Jeder. Jeden Mann erregt das. Sehr. Vergleiche ich hier Äpfel mit Birnen? Was soll ich Euch sagen, heute fällt mir nur die einfache Weisheit ein: Frauen und Männer sind einfach verschieden.

Manchmal stimmen einfache Weisheiten.

Einen wunderbaren Frühling wünscht Euch Eure Birgit

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