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Haare aus Indien: So werden Extensions produziert

Indische Frauen spenden ihre Haare
Indische Frauen spenden ihre Haare Damit Deutsche schöne Extensions haben 00:10:22
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Inderinnen spenden Haare für Deutsche

Wer kurzes oder sehr dünnes Haar hat, verschönert es schon mal mit Extensions. Damit bekommt man in gerade mal einer Stunde eine richtige Löwenmähne. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wo die Haare für die Extensions herkommen? Wer sie vorher auf dem Kopf hatte?

RTL-Reporter Daniel Koschera ist zu einer rund 8.000 Kilometer von Deutschland entfernten Pilgerstätte für gläubige Hindus geflogen: zum Tempel von Dharmasthala. Bis zu 30.000 Pilger kommen täglich hierher und die wenigsten ahnen, dass sie gleich Haare für deutsche Frauen spenden werden. Hier trifft Daniel Koschera Prema. Sie ist mit ihrer Mutter hergekommen, um ihre Haare dem Gott Shiva zu opfern.

Prema will durch die Haar-Gabe den Gott bitten, ihr einen guten Ehemann zu schenken. Noch gibt es keinen Kandidaten, obwohl sie mit 23 für indische Verhältnisse schon alt ist. Aber ihre Familie ist arm, da findet man als Frau schwer einen Partner. Viele Frauen spenden hier aus genau diesem Grund ihre Mähne. Wenig spirituell ist übrigens, dass alle Pilger erstmal zahlen müssen – hier kostet das Opfern Geld, nämlich umgerechnet rund 30 Cent. Haare sind für Hindus nämlich die reinsten Körperteile. Seit 600 Jahren werden sie hier in Dharmasthala schon geopfert, nur der Ablauf erinnert heute eher an eine Massenabfertigung statt an einen spirituellen Akt.

Bergeweise liegen die Haare im Tempel hinter verschlossenen Türen. Sie sind sehr kostbar und müssen vor Diebstahl geschützt werden. Männerhaar ist billiger als das von Frauen und eine gute Keratinquelle für Pflegeprodukte. Die Haare von indischen Frauen kommen wiederum vor allem nach Deutschland. Sehen Sie im Video, welchen Weg unter anderen Premas Haare gehen und wie sie verarbeitet werden bis sie hier bei uns auf dem Kopf landen.

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