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Gynäkomastie: Deutschen Soldaten wachsen Brüste

Gynäkomastie: Deutschen Soldaten wachsen Brüste
Soldaten der Bundeswehr haben ein hohes Risiko an Gynäkomastie zu erkranken. © dpa, Armin Weigel

Gynäkomastie lässt Männern Brüste wachsen

Es klingt wie ein Scherz, ist aber keiner: Ungewöhnlich vielen Soldaten des Wachbataillons der Bundeswehr wachsen Brüste. Das hat eine Studie des Berliner Bundeswehrkrankenhauses herausgefunden, berichtet der Kölner Express. Die Mediziner stellten bei den Wachsoldaten ein erhöhtes Risiko fest, an der linken Seite an Gynäkomastie zu erkranken - so nennt man die krankhafte Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen.

Zwischen der Tätigkeit als Wachsoldat und der linksseitigen Gynäkomastie zeige sich ein hochsignifikanter Zusammenhang, heißt es in der Studie. 211 operierte Gynäkomastie-Patienten wurden sechs Jahre lang untersucht, davon 35 Soldaten aus dem Wachbataillon. Bei 26 Soldaten zeigte sich eine Vergrößerung der linken Brust. Eigentlich hat Gynäkomastie hormonelle Ursachen. Bei den betroffenen Soldaten fanden die Mediziner um Prof. Björn Krapohl, Leiter der Plastischen Chirurgie und Handchirurgie am Berliner Bundeswehrkrankenhaus, eine andere Ursache: das wiederholte Anschlagen des Karabiners 98k an die linke Brust. Dies ist bei öffentlichen Anlässen und Dienstübungen üblich.

Gynäkomastie-Fälle sollen weiter untersucht werden

Die Erkenntnisse der Studie lägen bereits seit 2009 vor, sagt Prof. Krapohl. Er habe inzwischen beantragt, dass das Anschlagen des Karabiners an die Brust gestoppt werden solle. Beim Ministerium für Verteidigung sind die Studienergebnisse laut Bundeswehr eingegangen. "Die betroffenen Soldaten wurden medizinisch behandelt und individuell therapiert", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Da die Studie rückwirkend durchgeführt wurde, seien nun weitere Folgeuntersuchungen nötig.

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