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Gute Vorsätze: Mehr Selbstliebe statt Diäten, bitte!

Gute Vorsätze: Mehr Selbstliebe statt Diäten, bitte!

Gute Vorsätze bitte überdenken!

Silvester 2014! Die Menschen sind aufgekratzt, sentimental und hoffnungsfroh, wie jedes Jahr zu diesem Zeitpunkt. Die Gemüter sind auf Glück gepolt, man greift nach den Sternen, verkündet: Im nächsten Jahr wird endlich alles anders. Alles. Weniger Streit, mehr Liebe. Die Zeit rast, das Leben ist kurz. Deshalb auch: Weniger essen, nicht mehr rauchen, Sport treiben. Die sogenannten "guten" Vorsätze. Männlein und Weiblein sind voller Willenskraft und Energie.

Die Frage ist: Wer macht das Rennen? Wer hält durch? Das starke oder das vermeintlich schwache Geschlecht? Die Geschlechter nehmen sich nicht viel, was Konsequenz anlangt, da sind sich Psychologen einig.

Der große Unterschied: Frauen wissen genau, was sie tun, wann sie schwächeln. Sie machen sich nichts vor, sie leiden höllisch unter jeder Sünde. Männer glauben auch nach Weihnachten noch an barmherzige Wunder. Sie lügen sich, wenn es um die Silvester-Vorsätze geht, richtig einen in die Tasche .

Leider manchmal auch sonst, aber das ist hier nicht das Thema. Beispiel für den Umgang mit dem Diät-Vorsatz: Zuerst sind Männer regelrecht im Abspeck-Fieber. Nach Ente und Knödeln und Rotwein, nur noch Gemüse und Knäckebrot und Wasser. Das geht eine Woche gut, dann wird der Speiseplan erweitert. Die Remoulade-Tube kommt auf den Tisch. Zum gedünsteten Spinat gibt es Fischstäbchen, und darauf tropft die Remoulade. Später heißt es "Ich habe heute Spinat gegessen!" Die Remoulade wird verschwiegen. Die sieht man nur auf den Hüften, deren Speck nicht schmilzt.

Gute Vorsätze wie ein Mann haben

Anderes Beispiel: Er bestellt sich im Restaurant gedünsteten Fisch. Dazu ein Weizenbier. Ein bisschen Spaß muss sein. Und wartet darauf, dass die Kilos schwinden. Er ein Diätbrecher? Niemals. Vielmehr ein Mann von preußischer Disziplin.

Eine Frau dagegen nascht am Vormittag fünf Gummibärchen, sie schämt sich dafür, ruft ihre Freundin an und sagt, sie sei ein schlimmer Diätbrecher. Sie geißelt sich, anstatt sich die kleine Sünde zu verzeihen und darauf zu bauen: Der Weg ist das Ziel.

Wer einen Mann sieht, wie er vergnügt eine Diät-Regel nach der anderen bricht, ohne den Ansatz eines schlechten Gewissens, kriegt schlechte Laune. Jedes gemeinsame Essen wird zur Qual. Die Frau schiebt sich den Obstteller rein, er ein Brötchen mit Gouda ("Dafür esse ich den ganzen Tag nichts mehr"). Sie greift an: "Kann es sein, dass Du zugenommen hast?"

Das Gleiche mit Rauchen. Männer wollen sich vom Kettenraucher zum Gelegenheitsraucher "entwickeln". Obwohl ihnen der gesunde Menschenverstand sagen müsste: Keine Chance. Das wird nichts. Am ersten Februar sind sie schon wieder bei einer Packung. Man selbst hat durchgehalten, ist aber unzufrieden, hat auch zugenommen, Streit mit dem Liebsten vorprogrammiert.

Dabei sollte doch dieses Jahr alles besser werden...

Da wir Frauen in jeder Hinsicht kritischer mit uns ins Gericht gehen als Männer, weiß ich, warum wir uns mit den Männern zanken. Wir sind neidisch. Dieses Urvertrauen möchten wir auch haben. Dass Remoulade nicht dick macht und wenn doch, dass ich dick geliebt werde. Dass ich mal eine rauchen kann – und nicht gleich wieder süchtig werde. Das ist der wahre Grund für den Konflikt mit den Männern. Die weibliche Sehnsucht nach mehr Unvernunft, mehr Selbstbewusstsein. Einfach so.

Ich habe mir Folgendes vorgenommen für 2014: Ich wünsche mir mehr Milde mit mir selbst und Liebe und Verständnis für mich selbst.

Das wünsche ich allen Frauenzimmer-Frauen! Auf diese Weise kriegen wir 2015 vielleicht nicht die überflüssigen Pfunde weg, aber wir gewinnen etwas unendlich Kostbares: Gelassenheit, Lebensfreude, weniger Streit. Mehr Liebe!

Eure Birgit

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