Grüne Woche 2015: Regional und vegan liegen im Trend

Käse-Eis und Cannabis-Ingwer-Bier

In Berlin hat die Grüne Woche begonnen. Für die mehr als 400.000 Besucher ein guter Grund, an hunderten von Ständen Exotisches und Bodenständiges zu vertilgen und sich auch mal zu fragen: Was esse ich eigentlich jeden Tag? Wir haben uns dort umgeguckt und zeigen, welche Lebensmittel im Trend liegen und wie sich unsere Ernährung in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Allen voran legen sich auf der Grünen Woche die regionalen Anbieter ins Zeug. Die Stände aus Thüringen, Nordrhein-Westfallen oder Sachsen sind am stärksten frequentiert. Auch weil es dort neben reichlich Folklore innovative Produkte gibt - Käseeis aus der Uckermark zum Beispiel.

Regional, einfach und lecker: In Zeiten von Lebensmittelskandalen, so scheint es, zieht es die Verbraucher immer stärker zurück in eine Zeit, in der unsere Ernährung ganz anders war. In den 50er Jahren aßen die Deutschen jährlich 37 kg Fleisch pro Kopf – heute sind es über 88 Kilo. Das Gegenteil bei der Kartoffel: In den Fünfzigern aß jeder Deutsche 186 kg der Knollen im Jahr – heute sind es nur noch 65 kg.

Aber nicht nur vom Fleisch hat die Kartoffel Konkurrenz bekommen, sondern auch durch andere vegetarische und vegane Produkte. Das freut Ernährungswissenschaftler wie Dr. Silvia Roser vom Max-Rubner Institut sehr: "Ich schätzen, dass dieser Trend, vegetarisch und vegan zu einem erhöhten Bewusstsein geführt hat, dass sich die Menschen mehr Gedanken machen über Ernährung."

Das ist auf der Grünen Woche ganz klar zu spüren. Auch im diesjährigen Gastland Lettland setzt man auf gesunde Ernährung, die Spaß machen soll. Getrocknete Waldbeeren statt Gummibärchen und angeblich sehr gesunde Getränke wie Cannabis-Ingwer-Bier. Es hat sieben Prozent Alkohol und schmeckt wie ein Alkopop. Mit Teewurst aus Brandburg lässt sich der Geschmack aber wunderbar neutralisieren.

Anzeige