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Großeltern: So wichtig sind Oma und Opa für den Erhalt einer Familie

Großmutter und Großvater sind wichtig für die Kinder.
Für Kinder sind die Großeltern immer wichtig - egal ob zum Spielen, Kuscheln oder Frust abladen. © Getty Images/OJO Images RF, Robert Daly

Monogam dank Oma - sie ist die Stütze der Partnerschaft

Oma ist die Beste, bestätigen sogar Forscher: Denn ihre Unterstützung im Familienalltag ist der Grund dafür, dass es überhaupt lange feste Beziehungen gibt. Die Omas haben schon immer bei der Versorgung kleiner Kinder geholfen, deren Überlebenschancen gesichert und die Mütter entlastet. Welche Rolle spielt die Oma heute in Familien?

Von Jutta Rogge-Strang

Spätestens, wenn das erste Kind geboren wird, stellen Elternpaare fest, wie wichtig Oma und Opa bei der Unterstützung sein können. Forscher haben herausgefunden, dass die Oma auch entscheidend dazu beigetragen hat, dass ein Paar überhaupt lange zusammen bleibt. In einer Gesellschafts-Simulation untersuchten Anthropologen die Entwicklung einer Gemeinschaft mit und ohne Großeltern.

Im Laufe der Evolution lebten die Frauen immer länger, und das führte zu einem Männerüberschuss: Denn während die Zahl der gebärfähigen Frauen gleich blieb, kamen mehr zeugungsfähige Männer in höherem Alter hinzu. Die Folge: Die Konkurrenz wurde größer. In der Simulation stellten die Forscher fest, dass deshalb eine feste Beziehung zu nur einer Frau dem jeweiligen Mann größere Chancen auf viele Nachkommen bescherte als wechselnde Partnerinnen.

"Es sieht so aus, als ob der Großmutter-Einsatz für die Entstehung der Paarbindung ausschlaggebend war", schlussfolgert US-Anthropologin Kristen Hawkes von der 'University of Utah' in Salt Lake City (USA). Mit dieser neuen Analyse stützt Hawkes ihre bereits seit Jahren diskutierte Großmutter-Hypothese. Die liefert eine Erklärung dafür, warum Frauen nach Ende ihrer fruchtbaren Zeit noch so lange leben, was aus biologischer Sicht eigentlich keinen Sinn macht.

Oma und Opa als Babysitter

Auch in heutiger Zeit sind Oma und Opa wichtig für junge Familien: Wenn beide Elternteile arbeiten, sind sie auf Hilfe bei der Betreuung der Kinder angewiesen. Wenn die Kita streikt, die Kinder krank werden oder im Büro mal wieder Überstunden anfallen, springen Oma und Opa als Babysitter ein. Oft bringen sie die Zeit und Ruhe mit, die Eltern im normalen Familienalltag fehlt. Und meist sind sie auch etwas gelassener im Umgang mit den Enkeln als im Umgang mit den eigenen Kindern: Letztlich tragen sie nur einen Teil der Verantwortung und können sich über ihre Enkelkinder freuen.

Dabei gelten allerdings wichtige Regeln im Umgang der Generationen: Wenn sich Großeltern überall einmischen und ungefragt Ratschläge erteilen, kann das schnell zu Konflikten führen. Auch der Erziehungsstil der eigenen Kinder muss respektiert werden. Im Gegenzug sind die Großeltern eben nicht ständig verfügbare Babysitter und sollten nicht überfordert werden.

Sind die Familienregeln klar definiert, können Oma und Opa für ihre Enkelkinder ein großes Glück sein: Sie erzählen Märchen, sie berichten von früher, sie kochen das Lieblingsessen und haben Verständnis für kleine Naschkatzen, sie basteln oder malen und nehmen sich viel Zeit für ihre Enkel. Dafür bekommen sie das Gefühl, gebraucht und geliebt zu werden, nehmen wieder am Leben teil, und das hält jung. Eigentlich die perfekte Situation für alle Beteiligten – wenn die Regeln eingehalten werden.

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