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Grippe-Medikamente: Kombipräparate können gefährlich sein

Grippe-Medikamente: Kombipräparate können gefährlich sein
Das Ergebnis laut "Öko-Test": Alle Kombipräparate werden mit "ungenügend" bewertet.

Die Zahl der Wirkstoffe erhöht auch die Zahl der Nebenwirkungen

Mit den kalten Wintermonaten kommt auch die Grippewelle zurück. Darum schlucken viele diverse Tabletten und Pillen, um sich gegen den unerwünschten Erreger zu wehren. Beliebt sind vor allem Kombipräparate, die Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen auf einen Schlag lindern wollen. Diese Erkältungsmittel sind jedoch meist nicht nur unwirksam, sondern auch gefährlich.

Denn mit der Wechselwirkung der Wirkstoffe untereinander, verändert sich die Verteilung und die Wirkdauer im Körper. Vor allem paracetamolhaltige Kombimittel können bei Überdosierung fatale Leberschäden verursachen. "Öko-Test" hat 14 Arzneimittel untersucht und sie bei Erkältung oder grippalem Infekt auf ihre Wirkung getestet.

Das Ergebnis ist erschreckend: Kombinationsmittel werden durchweg mit "ungenügend" bewertet. Keines der Produkte könne einen grippalen Infekt oder eine Grippe heilen. Die reinen Schmerzmittel dagegen, die Ibuprofen oder Paracetamol enthalten, erfüllen ihren Zweck. Die Erkältungsdauer können sie jedoch nicht verkürzen. Bedenklich ist laut Öko-Test die Kombination von zwei Schmerzwirkstoffen in den Brausetabletten von Grippal + C von Ratiopharm oder die Kombination von Schmerzwirkstoff und Coffein in Gripostad C. Dies kann zu einem erhöhten Risiko für Nierenschäden führen.

Sechs von den vierzehn getesteten Produkten enthalten Amphetamin-verwandte Substanzen, die Unruhe, Angst und Schlafstörungen auslösen können. Obwohl viele Infekte keinen Husten verursachen und das Abhusten des Schleims begünstigt werden sollte, sind in zahlreichen Kombinationspräparate Hustenreizdämpfer zu finden.

Die besten Hausmittel im Überblick

Wer mit den Kombipräparaten kein Risiko eingehen möchte, sollte es mit altbewährten Hausmitteln versuchen. Mit ein paar einfachen Heilmethoden können Sie ganz ohne Medikamente etwas gegen den Infekt tun.

Sport

Stärken Sie sich mit Obst und Gemüse, bleiben Sie in Bewegung und schnappen Sie viel frische Luft. Freizeitsportler haben deutlich weniger Infekte als Sportmuffel.

Schwitztee

Nehmen Sie je einen Teelöffel Linden- und Holunderblüten und gießen kochendes Wasser darüber. Lassen Sie den Tee zehn Minuten ziehen und gehen am besten danach gleich ins Bett.

Inhalieren

Gießen Sie zwei Liter heißes Wasser in eine Schüssel mit zwei Esslöffel Kamille oder Salbei. Beugen Sie Ihren Kopf darüber und decken Sie Kopf, Schulter und Schüssel mit einem Handtuch ab. Atmen Sie zehn Minuten lang tief durch die Nase und den Mund, halten dabei die Augen geschlossen. Für kleine Kinder ist die Methode nicht geeignet.

Wadenwickel

Bei Fieber über 39 Grad Celsius wickeln Sie Ihr Fußgelenk bis zum Knie mit Leinen- oder Baumwolltüchern ein. Die Wickel dürfen nicht zu kalt sein, da sich sonst die Blutgefäße zusammenziehen und das Blut die Wärme nicht abgeben kann.

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