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Glutamat: Wie gefährlich ist der Geschmacksverstärker?

'China-Restaurant-Syndrom': Macht Glutamat uns krank?
'China-Restaurant-Syndrom': Macht Glutamat uns krank? Übelkeit, Kopfweh und Herzflattern 00:00:28
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Der Geschmacksverstärker steckt in vielen industriell hergestellen Produkten

Wer regelmäßig asiatisch essen geht, wird den typischen Geschmack nach Glutamat kennen: Bei Menschen, die im Anschluss unter Schwindel oder Herzrasen beispielsweise leiden, wird schnell das ‚China-Restaurant-Syndrom‘ vermutet. Der Begriff ‚China-Restaurant-Syndrom‘ tauchte erstmals im Jahr 1968 auf. Damals beschrieb ein chinastämmiger US-Arzt Beschwerden wie Schwindel oder Kribbeln in Händen und Füßen, die immer dann auftraten, nachdem er chinesisch essen war. Auch wenn Glutamat in Studien nicht als Auslöser der Symptome identifiziert werden konnte, wurde diese These aber auch nie widerlegt.

Aber nicht nur in Gerichten wie Chop Suey steckt der Geschmacksverstärker. Auch Chips, viele Tütensuppen oder Tiefkühlgerichte werden mit Glutamat gewürzt. Schon länger steht Glutamat in der Kritik. Zum einen, weil Glutamat dazu verleitet, mehr zu essen und somit Übergewicht fördert. Denn Glutamat beeinträchtigt die Nervenfunktion, die unter anderem auch das Hunger- und Sättigungsgefühl regulieren. Zum anderen vermuten Ärzte, dass das pikante Aroma Krankheiten wie Alzheimer oder auch Parkinson auslösen kann. Was steckt dahinter?

Kann Glutamat Alzheimer oder Parkinson auslösen?

Der Einfluss auf die Nervenfunktion ist es, die das Aroma so gefährlich macht: Es greift nämlich in unseren Stoffwechsel ein. Es wirkt als Neurotransmitter, also als eine Art Botenstoff, und kann Nervenzellen im Gehirn zerstören. Dies ist auch der Grund dafür, dass immer wieder ein Zusammenhang zwischen dem Glutamatverzehr und neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson diskutiert wird. Viele dieser Krankheiten gehen mit einem erhöhten Glutamatspiegel einher. Allerdings ist bis heute unklar, ob Glutamat Auslöser der Krankheiten ist, oder ob der Glutamatspiegel infolge der Demenzerkrankungen steigt.

Die Tatsache, dass sowohl Alzheimer als auch Demenz in asiatischen Ländern nicht häufiger vorkommt als in anderen Ländern, spricht gegen die Theorie von Glutamat als Auslöser. Und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) geben Entwarnung: „Wir gehen davon aus, dass bei rationaler Verwendung im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung keine Gesundheitsgefahr durch Glutamat besteht“, so eine Sprecherin der DGE.

Ärzte gehen heute davon aus, dass manche Menschen allergisch auf den

Geschmacksverstärker reagieren und in Folge dessen über Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schwindel klagen. Verboten ist die Verwendung von Glutamat ausschließlich in Babynahrung. Auf der Zutatenliste versteckt sich Glutamat häufig hinter den E-Nummern 620 bis 625. Einige Lebensmittel enthalten jedoch von Natur aus viel Glutamat: Dazu zählen Tomaten, reifer Käse wie Parmesan, Sardellen oder Lachs. Wer also bewusst auf Glutamat verzichten will, sollte auf diese Lebensmittel verzichten und beim Einkauf die Zutatenliste der Lebensmittel checken.

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