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Glückliche Ehe: Was ist das Geheimnis guter Beziehungen?

Glückliche Ehe: Was ist das Geheimnis guter Beziehungen?
Warum bleiben manche Paare lange zusammen? Was ist das Geheimnis glücklicher Ehen? © dpa, Jens Wolf

Gemeinsamkeiten als Basis einer glücklichen Ehe

Auf knapp über 377.000 Hochzeiten im Jahr kommen ungefähr 187.000 Scheidungen, so die neusten Zahlen des Statistischen Bundesamts. Diese nackten Fakten sprechen nicht unbedingt dafür, den Bund der Ehe einzugehen. Und doch gibt es auch immer wieder Umfragen, die besagen, wie gut uns die Ehe tut. So hat der Focus nun beispielsweise eine Umfrage unter 1.001 verheirateten Männern und Frauen durchgeführt. 98 Prozent der Männer geben darin an, gerne verheiratet zu sein. Bei den Frauen sind es 95 Prozent. Aber was macht das Geheimnis einer glücklichen Ehe aus? Warum halten manche Ehen, und andere zerbrechen?

Früher benannten Forscher als Erfolgsrezept "Gegensätze ziehen sich an", neueste Studien gehen eher davon aus, dass genau das Gegenteil die Basis einer guten Ehe ist. "Je ähnlicher sich die Partner sind, desto seltener trennen sie sich", so Hans-Werner Bierhoff von der Ruhr-Universität. Der Wissenschaftler hat 200 Paare über zwei Jahre begleitet. Er hat auch festgestellt, dass sich Paare im Laufe einer Beziehung sogar immer ähnlicher werden.

Aber wenn wir unserem Mann immer ähnlicher werden - und er uns - klingt das nach unglaublicher Langeweile. Das andere, das Neue ist ja schließlich aufregend. Und auch anstrengend. Schließlich werden die gleichen Konflikte immer und immer wieder aufs Neue ausgetragen. Ein wichtiger Faktor für das Gelingen einer Beziehung ist daher auch, wie ein Paar mit Stress umgeht, so eine Langzeitstudie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das gemeinsame Meistern von Problemen sei demnach ein positives Signal für die Partnerschaft, die Unfähigkeit, Stress zu bewältigen, der Feind jeder Beziehung.

Eine glückliche Ehe braucht auch Kompromisse

Das Problem ist aber: Wie finde ich heraus, was die wichtigen Eigenschaften sind, die die Basis für eine gut funktionierende Beziehung bilden? Einzig und allein auf einem gemeinsamen Lieblingsessen lässt sich sicher keine dauerhafte Beziehung aufbauen können. "Jede Form des Zusammenlebens erfordert Zugeständnisse und Kompromisse. Ähnlichkeit der Interessen reduziert Reibungsverluste. Abweichende politische Meinungen sind für die meisten eher zu ertragen, als Unterschiede in Grundwerten des Lebens und der Lebensziele sowie Unterschiede in Freizeitinteressen und Hobbys", schreibt Manfred Hassebrauck in 'Der kleine Liebesberater'.

Die Uni Michigan kann die Gemeinsamkeiten noch genauer spezifizieren: Die richtige Balance zwischen Familienleben, Arbeitsleben und Freizeitgestaltung sei ein wesentlicher Punkt für das Gelingen einer langfristigen Beziehung. Auch der Umgang mit dem Thema Geld sei wichtig.

Sollten wir uns also bei der Partnersuche mehr von der Vernunft, als von der Anziehung leiten lassen? Ein Befürworter dieser These ist der Psychologe Arnold Retzer ('Lob der Vernunftehe'): "Wir müssen uns mehr von der Vernunft leiten lassen und endlich so unrealistische Anforderungen an unseren Partner aufgeben". Retzer rät, sich mit dem zufrieden zu geben, was man am anderen Partner hat, und sich nicht ständig an einem Wunschdenken aufzureiben.

Ein schwieriger Wendepunkt im Leben von Paaren ist die Zeit der Familiengründung. Das Paarsein rückt in den Hintergrund, die Versorgung der Kleinen steht im Mittelpunkt. Dennoch sollten sich Paare in dieser Zeit nicht aus den Augen verlieren. "Leider sind Eltern heute total kinderorientiert. Dabei schadet es den Kindern nur selten, wenn die Eltern es lustig haben, auch ohne Kids. Sich liebende Eltern ergeben glückliche Kinder" , so der Paartherapeut Henri Guttmann.

Bei aller Gemeinsamkeit sollte aber auch jeder Partner noch seine eigene Autonomie behalten. Eine doch bedenkenswerte Zahl in diesem Zusammenhang: Rund 80 Prozent der Männer haben nach fünf Jahren Ehe keinen Freund mehr. Guttmann rät, dass jeder selbst bestimmte Zeitfenster haben sollte.

Was ist also das Rezept einer guten Ehe? Eine Grundlage bestehend aus gleichen Wertvorstellungen und gemeinsamen Lebenszielen, gewürzt mit der Gelassenheit, manche Dinge so zu nehmen wie sie sind, garniert mit genügend Freiraum für beide Partner? Vermutlich kommt man so ein ganzes Stückchen weiter im gemeinsamen Leben. Dass das Ganze ein einfaches Gericht ist, hat schließlich niemand behauptet! Alles Gute für Ihre Ehe!

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