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'Glücklich sein' könnte von einem Gen abhängen: Hier leben die glücklichsten Menschen

Glück: Eine Frage der Gene?
"Sehr glücklich" zu sein könnte für viele Menschen von einem Gen abhängen. © picture alliance / Bildagentur-o

Mexikaner sind besonders glückliche Menschen

Die große Suche nach dem Glück! Aber kann man das Lebensglück überhaupt finden, es sich erarbeiten oder gar lernen? Nach dem Ergebnis einen aktuellen internationalen Studie müsste die Antwort lauten: Nein! Denn das Glück könnte genetisch veranlagt sein – und in verschiedenen Regionen der Welt unterschiedlich ausgeprägt.

Für die Studie haben der Anthropologe Michael Minkov von der 'Varna University of Management' in Bulgarien und sein Kollege Michael Harris Bond von der 'Hong Kong Polytechnic University' die Daten der 'World Values Survey' ausgewertet. Hierfür tragen Forscher seit 35 Jahren Umfrageergebnisse über menschliche Werte zusammen, über 400.000 Teilnehmer wurden bereits befragt. Interessant war für die Glücksforscher vor allem die Frage, wie sich der Teilnehmer gerade fühle. Denn hierbei wird das subjektive Wohlbefinden ermittelt.

Schnell bildete sich ein Muster nach Ländern heraus: In einigen Ländern waren die Menschen gut drauf, in einigen weniger gut. Und auch die Länder überraschten: 61 Prozent der Befragten in Mexiko gaben an, "sehr glücklich" zu sein. Auf eine ähnlich hohe Zufriedenheit kamen nur noch Nigeria mit 60 Prozent und Venezuela mit 58 Prozent. Auch aus anderen Ländern Westafrikas, Mittel- und Südamerikas kam eine ähnliche Rückmeldung von "sehr glücklichen" Menschen, die Quote lag bei rund 50 Prozent. Alles Länder, die mit wirtschaftlichen Problemen und teilweise hohen Kriminalitätsraten zu kämpfen haben. Wo das Glück – wie man als Außenstehender meinen könnte – nicht zu Hause sein kann.

Anandamid hat Einfluss auf das subjektive Glücksgefühl

Deutschland befindet sich bei dieser Untersuchung übrigens im Mittelfeld. 22 Prozent der Befragten gaben an, sehr glücklich zu sein. Besonders wenige Menschen sind in Osteuropa, im Nahen Osten und Nordafrika gut drauf. Moldawien mit nur 7,6 Prozent, Irak mit 10 Prozent und Serbien mit 10,7 Prozent markieren die Schlusslichter der Untersuchung. Fragt sich nur, warum.

Die Antwort könnte in einem Gen mit der Zauberformel 'rs324420', einer Variante des FAAH-Gens, liegen. Dieses Gen ist besonders in den Regionen verbreitet, in denen sich besonders viele Menschen als "sehr glücklich" bezeichnen. Träger von 'rs324420' bauen den Stoff Anandamid langsamer ab. Anandamid kommt besonders häufig im zentralen Nervensystem vor und wird vom Körper gebildet, es wurde aber auch in Schokolade und Kakaopulver nachgewiesen. Der Stoff ruft im Gehirn angenehme Gefühle hervor. Nachweisen konnten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Gen und Glücksgefühl: Denn in den Ländern, in denen das Gen besonders verbreitet ist, gibt auch den höchsten Prozentsatz "sehr glücklicher" Menschen.

In ihrer Studie, die im 'Journal of Happiness Studies' erschien, schließen die Wissenschaftler nicht aus, dass für das Glücklichsein auch andere Faktoren ausschlaggebend sein können. Wer auf der Suche nach dem Glück nicht fündig wird, kann es jetzt aber auch auf das fehlende Gen schieben.

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