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Gleichstellung und bessere Familienpolitik: Das wollen junge Frauen wirklich!

Berufstätige Mutter
Laut FES-Studie sind Frauen von der Familienpolitik enttäuscht. © Getty Images, skynesher

Wünsche und Bedenken der Frauen in allen Schichten gleich

Was halten junge Frauen zwischen 18 und 40 Jahren eigentlich von der Familien- und Gleichstellungspolitik in Deutschland? Dieser Frage ging die 'Friedrich-Ebert-Stiftung‘ nach. Das verblüffende Ergebnis der Studie: Die Wünsche, Probleme und Schwierigkeiten sind bei allen Frauen ähnlich – egal ob selbstständige Innenarchitektin oder Putzfrau.

Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Zeit für sich selbst haben, ist für Frauen nach wie vor ein Dauerbrennerthema. Trotz vieler Verbesserungen fühlen sich junge Frauen ungerecht behandelt - nur eine von zehn sieht die Gleichstellung von Männern und Frauen voll und ganz realisiert. Das zeigt die Studie, die der Soziologe Carsten Wippermann im Auftrag der 'Friedrich-Ebert-Stiftung' durchführte. Hierzu wurden 520 Frauen aus allen sozialen Schichten und Milieus befragt.

Das Ergebnis: In den Gesprächen, die Wippermann führte, kamen immer wieder bestimmte Aspekte zur Sprache – egal, ob er mit reichen oder armen, mit Berufstätigen oder Hausfrauen sprach. Laut Studie sind die Frauen allesamt enttäuscht, fordern mehr Gerechtigkeit und Fortschritte in der Familienpolitik.

Die Ergebnisse der FES-Studie im Überblick

Die Gleichstellung der Geschlechter ist noch lange nicht erreicht, so das Ergebnis der Studie. Doch aus der Umfrage gehen auch andere wichtige Aspekte hervor. Welche Wünsche und Bedenken haben die jungen Frauen in Deutschland wirklich?

- Die jungen Frauen kritisieren die mangelnde Familienfreundlichkeit in Deutschland. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, sehen sie großen Bedarf für Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung: Kita und Kindergarten sollen in Zukunft kostenlos sein und sich den Bedürfnissen arbeitender Eltern anpassen. Die Frauen fordern flexiblere Öffnungszeiten - auch zu Randzeiten.

- Unter den aktuellen Bedingungen lasse sich eine Balance zwischen Familie und Arbeit kaum realisieren, so die Befragten. Mit der Geburt von Kindern befürchten sie einen Rückfall in traditionelle Geschlechterrollen - das wollen sie aber nicht.

- Den Hauptgrund für den Verfall in eine klassische Rollenverteilung sehen sie in der großen Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Diese wird als eine der größten Ungerechtigkeiten wahrgenommen.

- Mütter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie fordern mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten und streben weitestgehend eine 30- bis 35-Stunden-Woche an. Die Einbußen bei Einkommen und Rente würden sie dafür in Kauf nehmen.

Stefanie Elies von der 'Friedrich-Ebert-Stiftung' empfindet die oben aufgeführten Ergebnisse als Weckruf für die Politik. Deutschland sollte deutlich mehr in Kinderbetreuungsangebote investieren, so Elies. "Es ist eine Investition in die Zukunft, die sich auch ökonomisch rechnen wird."

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