Ghost Rider: Spirit of Vengeance - Filmkritik

24.02.12 16:19
Ghost Rider: Spirit of Vengeance
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2 von 5 Punkten

“Lachnummer“, “Gurke“,“ Tricks in Form eines B-Movies“: Die Verfilmung des Marvel-Comics ‘Ghost Rider‘ stieß bei Kritikern nicht gerade auf Gegenliebe. Und obwohl der Film sich am Eröffnungswochenende an die Spitze der amerikanischen Kinocharts setzte, war auch Hauptdarsteller Nicolas Cage nicht so recht zufrieden.

Er musste sich mit der Verkörperung von Motorrad-Stuntfahrer Johnny Blaze begnügen, der sich durch einen Pakt mit dem Teufel in den Ghost Rider verwandeln kann – ein brennendes Skelett auf einem Motorrad, das als Kopfgeldjäger des Höllenfürsten fungiert. Doch dieser Teil der Rolle wurde von einem Stuntman gespielt. Obendrein meckerten auch die Fans des Comics, erschien doch der Ghost Rider viel zu glattgebügelt und erinnerte eher an einen weißen Ritter als an den Dämon, der er eigentlich ist.

Das wollte Cage - selbst begeisterter Motorradfahrer und Comic-Fan mit Ghost-Rider-Tattoo - so nicht stehenlassen und setzte sich für eine Fortsetzung ein – mit Erfolg. ‘Ghost Rider: Spirit of Vengeance‘ heißt der zweite Teil des Actionfeuerwerks, der weniger als Hollywood-Blockbuster für die Massen, sondern als deutlich rotzigere Neuauflage für Genrefans daherkommt. “‘Spirit Of Vengeance‘ ist komplett unabhängig vom ersten Teil angesiedelt. Es soll eine ganz neue Erfahrung sein“, sagte Nicolas Cage im ‘RTLkino‘-Interview. Und da hat er nicht zu viel versprochen.

Seit Johnny Blaze seinen Pakt mit Satan schloss, sind einige Jahre ins Land gegangen. Und der Deal hat Spuren hinterlassen: Vom heldenhaften Erscheinungsbild ist nicht mehr viel übrig, Blaze lebt mittlerweile in Osteuropa. Nichts fürchtet er mehr, als dass der Ghost Rider in ihm wieder geweckt wird. Dabei wirkt er wie ein Junkie auf Entzug: Zitternd, schwitzend und schniefend hat er sich zurückgezogen und versucht verzweifelt, den Fluch unter Kontrolle zu halten. Doch als der junge Danny (Fergus Riordan), der über besondere Kräfte verfügt, von der Armee des Bösen entführt wird und der als Beschützer abgestellte Kampfmönch Moreau (Idris Elba) den Ghost Rider um Hilfe bittet, ist es vorbei mit dem Einsiedlerleben. Ansonsten würde der Teufel auf der Erde unendlich viel Macht erlangen.

Reinster Comic-Trash für Fans

Genauso abgedroschen wie die Handlung klingt, ist sie auch. Doch bei ‘Spirit of Vengeance‘ wird ohnehin eher auf Taten als auf Worte gesetzt. Zwar haut Blaze im Vergleich zum ersten Teil kaum Dämonen das Licht aus, dafür tummelt sich aber allerhand Gesocks in Form von Anhängern Satans und Gangstern auf der Leinwand, das nur darauf wartet, die flammende Peitsche des Ghost Riders übergebraten zu bekommen.

Auf den Regiestühlen hat das Duo Mark Neveldine und Brain Taylor Platz genommen, das sich in Hollywood mit den durchgeknallten ‘Crank‘-Filmen einen Namen gemacht hat und auch in ‘Ghost Rider: Spirit Of Vengeance‘ diesem Schema treu bleibt: Da wird eine Horde Gangster mit einem in Flammen stehenden Riesenbagger platt gemacht. Illegale Downloader dürfen sich einen flapsigen Hinweis zu Beginn des Films gefallen lassen und zwischendurch pinkelt der Ghost Rider schon mal einen Feuerstrahl. Auch Jerry Springer gibt sich in einer kurzen Zwischensequenz als Satan die Ehre.

Nicolas Cage stellt den heruntergekommen Ghost Rider überzeugend dar, agiert allerdings manchmal so übertrieben, dass es hart an der Grenze zur Komik ist – besonders, wenn er sich auf seinem Motorrad unter großem Gebrüll in einer herrlich skurrilen Szene in den Ghost Rider verwandelt, während man den ganzen Spaß frontal betrachten darf. Genrefans werden mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen: Die Verfilmung ist reinster Comic-Trash, dessen maßlos übertriebene Inszenierung zeitweise durchaus Spaß macht und vom Popcornkino des ungeliebten ersten Teils meilenweit entfernt ist. Wer jedoch bisher nicht auf einen zweiten ‘Ghost Rider‘-Film gewartet hat, kann getrost zu Hause bleiben, zumal die Umsetzung in 3D fällt kaum auffällt und öfter durch hektischen Schnitte in den Actionsequenzen getrübt wird.

Von Timo Steinhaus

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