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Getrennte Betten: Der Anfang vom Ende?

Getrennte Betten: Der Anfang vom Ende?
© AUTOIMPORT, istockphoto

Schaden getrennte Schlafzimmer der Beziehung?

Immer mehr Paare schlafen getrennt. Doch wie wirkt es sich auf eine Partnerschaft aus, wenn man die Nächte allein verbringt, statt an den Partner gekuschelt einzuschlafen? Macht das den Beziehungsalltag entspannter - oder schadet es der Liebe?

Laut "New York Times" schläft bereits jedes vierte amerikanische Paar in getrennten Betten. Die Experten erwarten, dass sich der Trend in Zukunft sogar noch verstärkt. Sie glauben, dass im Jahr 2015 bereits 60 Prozent der Paare getrennt schlafen.

Die Gründe sind naheliegend: Der eine schnarcht, der andere kommt spät vom Job und möchte den Partner nicht stören. Oder beide Partner brauchen einfach viel Platz und wollen im Bett nicht um die Decke kämpfen. Aber wie wirkt es sich auf die Beziehung aus, wenn man die Nächte statt in Löffelchenstellung oder friedlichem Nebeneinander getrennt verbringt?

Gemeinsam schläft es sich besser

Die Psychotherapeutin Tina B. Tessina wertet diesen Trend negativ: "Getrennte Betten können zu den Bindungsverlusten beitragen, die viele Beziehungen belasten. Denn so wird es einfacher, sich zu meiden, wenn man doch eigentlich die Nähe bräuchte." Zudem würden die Vorteile des gemeinsamen Schlafens viele Nachteile aufwiegen.

Männer schlafen erwiesenermaßen besser, wenn sie neben einem Partner liegen. Bei Frauen ist es meist umgekehrt - sie schlafen weniger gut im gemeinsamen Bett. Frauen sollten versuchen, herauszufinden, was genau sie am Schlafstil des Partners stört und Abhilfe schaffen.

Getrennte Betten bedeuten außerdem weniger Spontaneität. Oftmals ergeben sich Zärtlichkeiten und Sex einfach aus der Situation heraus, wenn man gemeinsam im Bett liegt. Bei getrennten Betten hingegen muss man sich gezielt zum Sex verabreden - das klingt wenig lustvoll.

Gemeinsam schlafen bereichert die Beziehung

Getrennte Betten: Der Anfang vom Ende?
© Susanne Kracke

Aber im Bett wird ja nicht nur geschlafen. Wenn man abends endlich zur Ruhe kommt, ist oftmals die ideale Zeit, einander von seinen Tageserlebnissen zu berichten oder seinen Gedanken und Sorgen freien Lauf zu lassen. Ohne dabei von Kindern, dem Telefon oder Nachbarn gestört zu werden. Auch das entfällt bei getrennten Betten oder Schlafzimmern.

"Miteinander zu kuscheln und ruhig zu kommunizieren ist eine wunderbare

Bereicherung für eine Ehe. Paare, die wissen, wie sie das machen und sich auch regelmäßig dafür Zeit nehmen, geht es besser als Paaren, die das nicht tun", bestätigt auch Psychotherapeutin Tessina.

In diesem Sinne: Überlegen Sie, ob es all die wunderbaren Gründe fürs gemeinsame Einschlafen nicht wert sind, die beiden Einzelbetten wieder nebeneinander zu schieben. Und selbst wenn Sie sich dafür vorher mit Nasenpflaster, Ohrenstöpsel oder einem zweiten Plumeau eindecken müssen.

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