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Gesundheitslexikon: Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Zwerchfellbruch: Ursachen, Symptome und Behandlung

Wie die Leiste hat das Zwerchfell natürliche Schwachstellen. Zwerchfellhernien ähneln daher Leistenbrüchen. Durch eine Schwachstelle im Zwerchfell dringen bei einem Zwerchfellbruch Bauchorgane in die Brustkorbgegend ein.

Ursachen

Hiatushernien sind entweder angeboren oder erworben. Die angeborene Form betrifft etwa fünf von 10.000 Neugeborenen und hat ihre primäre Ursache in einer Fehlentwicklung zwischen der achten und zehnten Schwangerschaftswoche. Die Betroffenen tragen eine fehlentwicklungsbedingte Lücke im Zwerchfell, durch die in der Folgezeit verschiedene Bauchorgane in den Bereich des Brustkorbs durchtreten können. Die durchgetretenen Bauchorgane können je nach Lage der Entwicklungslücke Leber, Milz, Magen oder sogar Anteile des Darms sein. Lunge und Herz sind wegen des Durchtritts häufig in der Entwicklung eingeschränkt. Ein erworbener Zwerchfellbruch steht in den meisten Fällen mit der natürlichen Schwachstelle des Zwerchfells in Zusammenhang. Die Speiseröhre tritt natürlicherweise durch eine schlitzförmige Öffnung im Zwerchfell hindurch. An dieser Stelle drängen sich bei einer erworbenen Hiatushernie meist die Bauchorgane in den Brustkorb. Erworbene Zwerchfellbrüche werden als echte Hiaturshernie bezeichnet, wenn ein Bruchsack vorliegt und die durchgetretenen Organe von Bauchfell überzogen sind.

Symptome

Bei angeborenen Zwerchfellhernien können abhängig von der Menge an durchgetretenen Bauchorganen Fehlentwicklungen von Lunge und Herz auftreten. Diese Fehlentwicklungen äußern sich in Symptomen wie Kreislaufproblemen und organischem Minderwachstum. Von der erworbenen Hiatushernie existieren verschiedene Unterformen mit unterschiedlichen Symptomen. Die kardiofundale Fehlanlage entspricht der leichtesten Form und bereitet nur in seltenen Fällen überhaupt Beschwerden. Axiale Hiaturshernien lassen den obersten Anteil des Magens durch die Lücke des Zwerchfells nach oben hindurchtreten. Der Verschluss der Speiseröhre durch das Zwerchfell ist gestört und die Patienten leiden an einem Rückfluss von Mageninhalten in die Speiseröhre. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Reflux, der Sodbrennen und damit Refluxösophagitis verursachen kann. Bei der paraösophageal erworbenen Hiatushernie liegt im Extremfall der gesamte Magen im Brustraum. Die Patienten leiden an Aufstoßen und einem Druckgefühl im Bereich des Herzens. Später treten chronische Blutungen auf. Außerdem kann der Durchtritt von Nahrung aus der Speiseröhre in den Magen behindert sein. Im engeren Sinne ist nur dann von einer Hiatushernie die Rede, wenn der Durchtrittsort der Organe die Lücke der Speiseröhre ist.

Diagnose

Die Diagnose einer kardiofundalen Fehllage und damit des leichtesten Zwerchfellbruches wird meist als Zufallsbefund gestellt, so zum Beispiel bei einer bildgebenden Untersuchung des oberen Verdauungstrakts. Kernspintomografie und Röntgenbildgebung können die Diagnose unterstützen. Angeborene Zwerchfellbrüche können mittels Feinultraschall diagnostiziert werden.

Behandlung

Bei erworbenen Zwerchfellbrüchen werden gegen das Sodbrennen und den Reflux oft Protonenpumpenhemmer angewandt. Diese Medikamente reduzieren die Bildung von Magensäure und beugen damit einer Zerstörung der sensiblen Speiseröhrenschleimhaut vor. Eine kurative Operation der Hernie kann mittels zwei verschiedener Methodenprinzipien erfolgen. Bei der Fundoplikatio wird eine Magenmanschette um den Eingang des Magens herumgelegt. Dieses Verfahren kann auf laparoskopische Weise durchgeführt werden und ist minimal-invasiv. Der Eingriff stellt die natürliche Anatomie allerdings nicht wieder her, sondern beseitigt nur die Beschwerden. Bei der Gastropexie wird der Magen dagegen in seine normale Position zurück verlagert und an der vorderen Bauchwand fixiert. Vorgeburtlich diagnostizierte Zwerchfellbrüche werden häufig noch im Mutterleib behandelt, indem den Kindern ein Ballon in die Luftröhre gelegt wird. Nach der Entbindung werden die Kinder intubiert und beatmet. Außerdem erfolgt künstliche Ernährung mittels Magensonde. Nach der Stabilisierung werden die Organe in einer Operation zurück in ihre Ursprungslage gebracht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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