Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Zwerchfell

Atmen und lachen – dem Zwerchfell sei Dank

Das Zwerchfell ist ein unwillkürlich arbeitender, flacher Muskel, der die Bauchhöhle von der Brusthöhle trennt. Er ist zu 80 Prozent für die Atmung verantwortlich. Dies funktioniert folgendermaßen: Bei der Kontraktion sinkt das Zwerchfell zugleich nach unten. So schafft es im Brustkorb mehr Platz für die Lungenflügel. Diese können sich nun ganz einfach ausdehnen und mit Luft füllen – wir atmen ein. Die Entspannung des Zwerchfells bewirkt umgekehrt wieder eine Anhebung des Bauchraumes – die Lungen werden zusammengedrückt, und die Luft strömt so wieder aus der Lunge. Zum Ausatmen werden demnach keine Muskeln beansprucht. Auch zum Lachen benötigen wir das Zwerchfell, denn Lachen ist anatomisch gesehen nichts anderes als unkontrolliertes Atmen. Und wenn es mal außer Kontrolle gerät und sich verkrampft, bekommen wir Schluckauf.

Auch beim Stuhlgang kann das Zwerchfell eingesetzt werden: Wenn es gleichzeitig mit den Bauchmuskeln angespannt wird, unterbindet man die Wölbung des Vorbauches. Ganz ähnlich unterstützt man auch den Geburtsvorgang beim Einsetzen der Presswehen.

Wie das Zwerchfell aussieht

Der drei bis fünf Millimeter dicke Muskel hat die Form einer Kuppel. In seiner Mitte befindet sich eine Sehnenplatte, die von quer gestreiften, muskulären Kuppeln bedeckt ist. Diese setzen an der Lendenwirbelsäule, am Brustbein und an den Rippen an. Im Zwerchfell sind einige Öffnungen zu finden, die Platz für wichtige Blutgefäße und die Speiseröhre bieten. Die Aorta verläuft ebenso durch das Zwerchfell wie die untere Hohlvene.

Schluckauf und Seitenstechen

Gesunde Menschen bekommen vom Zwerchfell kaum etwas mit. Es funktioniert geräuschlos und unwillkürlich. Auffällig wird es in zumeist harmlos verlaufenden Fällen von Schluckauf und beim Seitenstechen. Diese bekommt man, wenn das Zwerchfell überbelastet ist und man gleichzeitig zu wenig Luft bekommt. In den meisten Fällen vergehen diese beiden Störungen sehr rasch.

Das passiert bei einem Zwerchfellbruch

Deutlich unangenehmer wird es beispielsweise bei einem Bruch des Zwerchfells. Liegt ein solcher vor, können sich die Organe aus dem Bereich zwischen Brustkorb und Becken in den Brustbereich verlagern. Dies geschieht zumeist dann, wenn das Muskelgewebe um die Öffnung der Speiseröhre zu schwach ist. Die Folge sind Atembeschwerden. Wenn zusätzlich eine Verdrehung des hochgestülpten Magenbereiches vorliegt, kann es zu Erbrechen und starken Schluckbeschwerden kommen. Kommt es dann auch noch zu einem Verschluss der Speiseröhre, wird die Durchblutung des Magens unterbunden und eine Operation unausweichlich.

Ein Zwerchfellbruch kommt relativ häufig vor. Vor allem Frauen und Übergewichtige sind davon betroffen. Er kann beispielsweise durch eine Schwangerschaft ausgelöst werden, da der Magendruck bei Schwangeren meist recht hoch ist.

Zwerchfellriss

Ein Zwerchfellriss kann ähnliche Folgen wie ein schwerer Zwerchfellbruch haben. Eine solche Verletzung, die häufig bei Verkehrsunfällen auftritt, ist meist schwierig zu erkennen. In der Folge können wie beim Zwerchfellbruch Organe aus dem Bauchbereich in den Brustkorb gelangen, wodurch die Atmung schwer beeinträchtigt werden kann.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige