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Gesundheitslexikon: Zugsalbe

So unterstützt Zugsalbe die Heilung

Die beliebte Zugsalbe wird häufig in der Selbstmedikation eingesetzt und kann bei kleineren Erkrankungen für ein schnelles Abklingen der Beschwerden sorgen.

Was ist Zugsalbe?

Unter dem Begriff Zugsalbe werden Salben zusammengefasst, die allesamt eine ‚ziehende‘ oder reifende Wirkung haben können. Es gibt am Markt vielfältige Präparate von unterschiedlichen Herstellern. Die Zugsalbe kann eine entzündungshemmende, antibakterielle, durchblutungsfördernde und häufig auch schmerzlindernde Eigenschaft haben. Ferner kann die Zugsalbe auch auf einen verminderten Talgfluss wirken oder verfügt über eine ausleitende Eigenschaft. Manche Zugsalben sind zudem juckreizstillend. Die Präparate basieren zumeist auf einer pflanzlichen Basis oder werden aus Ölschiefern hergestellt. Als arzneiwirksamer Stoff ist einer Zugsalbe Ammoniumbituminosulfonat zugesetzt. Dieses ist für die Wirkung verantwortlich.

Wo wird Zugsalbe eingesetzt?

In vielen Haushalten findet sich die Zugsalbe in der Hausapotheke und wird bei kleineren Blessuren mehrfach täglich aufgetragen. Mit ihr sollen eitrige Beulen, Abszesse, oberflächliche Entzündungen (beispielsweise der Brust), Furunkel oder Karbunkel eigenständig behandelbar sein. Aber auch ein tief in der Haut sitzender Splitter könnte mit der Zugsalbe ausgeführt werden. Zugsalben werden in der Humanmedizin eingesetzt, haben aber auch eine Zulassung für die Veterinärmedizin.

Wie wirkt Zugsalbe?

Die Salbe kann krankhafte Prozesse der Haut so beschleunigt zur Reifung bringen, dass diese austreten und behandelbar werden. Bei mit Eiter gefüllten Beulen beispielsweise kann die Zugsalbe die Reifung unter der Haut soweit vorantreiben, dass der Eiter sich stark vermehrt und die Beule sich von innen heraus öffnet. Auch bei einem noch nicht eingeschmolzenen Furunkel kann die Zugsalbe das Innenleben so beeinflussen, dass der Entzündungsprozess intensiviert wird und sich der Furunkel schließlich auf natürlichem Wege entleert. Für diese Wirkweise verantwortlich ist der Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat. Er weicht die Hautschicht, welche das entzündliche Areal überdeckt, gezielt auf und greift in den darunterliegenden krankhaften Prozess ein. Durch die vermehrte Durchblutung kann der Abszess vorschnell reifen. Dank der aufgeweichten Hautoberschicht wird der Durchbruch des Eiters nach außen hin erleichtert. Die entleerte Höhle kann dann entweder alleine oder von einem Arzt entsprechend gereinigt und versorgt werden.

Bei welchen Beschwerden kann Zugsalbe helfen?

Zugsalbe wird allgemein bei Erkrankungen der oberen Hautschichten eingesetzt, welche mit entzündlichen Prozessen einhergehen. So soll bei Acne conglobata mit solchen Präparten eine entzündungshemmende Wirkung auf die Gesichtshaut zu erzielen sein. Auch verstopfte Haarfollikel oder ausgefüllte Hautporen können mit der Zugsalbe kuriert werden. Ebenfalls wird von guten Ergebnissen bei der Behandlung von durch Bakterien verursachte Karbunkel berichtet.

Was muss man über Zugsalbe wissen?

Wer beispielsweise einen Abszess oder eine andere entzündliche Hauterkrankung zunächst selbst behandeln möchte, sollte mit Augenmaß vorgehen. Oft ist für den Laien nicht abschätzbar, wie tief eine solche Entzündung wurzelt und ob nicht auch bereits Nervenbahnen betroffen sind. Die Zugsalbe sollte immer nur kurzfristig eingesetzt werden. Lassen die Beschwerden dann nicht nach oder kommt es eben zu keiner Öffnung der betroffenen Hautstelle, sollte vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden. Auch eine geöffnete Höhle birgt die weitere Gefahr einer Infektion. Tiefe oder breite Eiterhöhlen sollten nur von einem Fachmann versorgt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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