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Gesundheitslexikon: Zilgrei

Mit Zilgrei Schmerzen selbst behandeln

Hilfe zur Selbsthilfe – das ist der Grundgedanke dieser natürlichen Schmerzbehandlung zur schnellen und einfachen Eigenanwendung. Zilgrei kombiniert Atmungs-, Haltungs- und Bewegungsmethoden der manuellen Medizin sowie der Bewegungs- und Atmungstherapie mit Elementen des Yoga. Die Ende der 1970er-Jahre entwickelte Methode zur Linderung von Rückenschmerzen erwies sich in der Folgezeit auch als wirksame Alternative bei verschiedenen anderen Schmerzzuständen. Zilgrei – die Methode aus dem Bereich der alternativen Medizin zielt auf eine wirksame Selbstbehandlung bei Schmerzen im Bewegungsapparat, bei funktionellen Beschwerden und in der Geburtsvorbereitung und -nachsorge. Namensgeber und Begründer sind der deutschstämmige Chiropraktiker Dr. Hans Greissing sowie seine Patientin und spätere Mitarbeiterin Adriana Zillo. Der Name der Anwendung setzt sich also aus den Anfangsbuchstaben der Nachnamen beider zusammen.

Zilgrei soll die Selbstheilungskräfte aktivieren

Zilgrei schreibt jedem Menschen eine Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit und Krankheit zu, dementsprechend sollte sich auch jeder selbst behandeln können und dürfen. Die Zilgrei-Therapie beruht auf vier Elementen: Drei Bewegungsebenen (Drehbewegung, Nickbewegung, seitliche Bewegung) sind möglich, die Übungseinheiten werden jedoch immer nur in einer Bewegungsrichtung ausgeführt. Dazu kommt die Kraft erzeugende Atmung, eine Tiefenatmung mit definierten Pausen, deren Zyklus in jeder Position fünfmal wiederholt wird. Vor und nach jeder Übungseinheit erfolgt ein Test in Form vorsichtiger Bewegungen, um die nachfolgende Bewegungsrichtung festzulegen oder eingetretene Veränderungen zu erspüren. Die Übung selbst erfolgt nach dem Prinzip der Gegenrichtung, Zilgrei-Bewegungen werden immer zur weniger schmerzenden Seite hin durchgeführt. Alle Übungen tragen Vogelnamen – wegen des freien und leichten Gefühls nach dem Training.

Zilgrei kann helfen schmerzendes Gewebe zu entlasten

Monotone Arbeitsabläufe, stundenlanges Sitzen am Computer oder dauerhaft auf eine Körperhälfte beschränkte Alltagsbelastungen führen bei immer mehr Menschen zu Muskelverspannungen und Gelenkabnutzungen. Krankheiten wie Rheuma, Arthrose, Stress, Migräne, Verdauungsprobleme oder Bandscheibenschäden werden immer häufiger diagnostiziert. Zilgrei kann bei diesen und vielen anderen Erkrankungen bei der Auflösung der Schmerzursache helfen, wenn die Grundlagen des heilsamen Zusammenspiels von Bewegung und Atmung erfasst und erlernt werden. Dabei können die sanften Übungen herkömmliche Maßnahmen der Akutmedizin und der Rehabilitation unterstützen sowie die sportliche Leistung steigern. Schwangere, Hebammen und Geburtshelfer berichten von der Verringerung von Wehen- und Rückenschmerzen, der Förderung des mechanischen Geburtsablaufs sowie der Senkung der Komplikationsrate in Verbindung mit kürzeren Geburtszeiten. Auch wer Beschwerden des Bewegungsapparates lediglich vorbeugen will, kann mit den einfachen Zilgrei-Übungen korrekte Verhaltens- und Bewegungsmuster für das Alltagsleben erlernen.

Was ist bei Zilgrei zu beachten?

Die relativ einfachen Übungen müssen sehr korrekt ausgeführt werden, um die natürlichen Vorgänge von Muskeln, Atmung, Blutgefäßen und Nervenbahnen harmonisch zu verbinden. Um die geeigneten und genauen Bewegungs- und Atmungsabläufe für eine Selbstbehandlung zu finden und zu trainieren, empfiehlt sich ein Besuch bei einem speziell geschulten Zilgrei-Trainer. So lassen sich mögliche Fehler vermeiden, die den Erfolg der Behandlung gefährden oder eine gegenteilige Wirkung hervorrufen könnten. Wer mit seinem Körper vertraut ist, kann zum Selbststudium der hier äußerst genau beschriebenen Techniken auf Zilgrei-Bücher zurückgreifen. Hier werden auch neue Gewohnheiten für den Alltag vermittelt, um die beseitigten Beschwerden auch zukünftig zu vermeiden.

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