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Gesundheitslexikon: Zecke

Zecken – eine lauernde Gefahr

Wer glaubt, Zecken lauern nur im Sommer auf ihre Opfer, der irrt leider. Bereits im Februar sitzen die kleinen Spinnentierchen in Gras und Gebüsch und ihre Attacken dauern bis weit in den Herbst. Zecken sind Parasiten, die hauptsächlich auf Menschen und Hunde überspringen und sich von deren Blut ernähren. Mit scherenartigen Mundwerkzeugen reißen sie die Haut ihres Wirtes auf und führen dann ihren Stachel ein. Die Einstichstelle füllt sich mit Blut, welches die Zecke ständig aufsaugt. Vollgesogen mit Blut, vergrößert sich das Körpervolumen des Tieres enorm.

Welche Gefahren verursachen Zecken?

Das größte Risiko eines Zeckenbefalls besteht in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und dem südöstlichen Thüringen. Anders als Stechmücken kann eine Zecke über mehrere Tage an ihrem Wirt hängen und sich mit Blut vollsaugen. Dabei werden gefährliche Krankheiten übertragen. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Virusinfektion, deren Erreger sich in der Speicheldrüse der Zecke befinden. Sie kann zu einer Entzündung von Hirnhaut und Gehirn führen. Der Beginn der Krankheit äußert sich durch grippeähnliche Beschwerden, die sich täglich verschlimmern. Borreliose ist bakteriell bedingt und macht sich durch eine ringförmige Rötung der Einstichstelle bemerkbar, die sich ständig vergrößert. Borreliose kann durch frühzeitige Einnahme von Antibiotika gut behandelt werden.

Wie bemerke ich einen Zeckenstich?

Zecken lassen sich von Menschen und Hunden beim Vorbeigehen von Grashalmen und Zweigen ‚abstreifen‘. Sie bleiben an ihrem Wirt hängen und suchen eine geschützte Körperstelle, wo sie sich festsaugen können. Ein Zeckenstich verursacht keinen Schmerz, da sich im Speichel des Tieres ein Betäubungsmittel befindet, das den Stich zunächst unbemerkt lässt. Sie sollten Ihre Kleidung und Ihre Haut deshalb nach jedem Spaziergang gründlich nach kleinen schwarzen Punkten absuchen, denn Zecken ohne Blut sind zunächst winzig. Bevorzugte Körperstellen sind Achselhöhlen, Hals, Kopf, Schritt und Kniekehlen.

Haben Sie eine Zecke an Ihrem Körper entdeckt, dann streichen Sie keinesfalls Öl oder dergleichen auf die Stelle. Nehmen Sie eine spitze, gebogene Pinzette oder eine Zeckenzange aus der Apotheke. Setzen Sie diese direkt an der Haut an und ziehen Sie die Zecke mit einer Drehbewegung langsam heraus, ohne sie zu quetschen. Die Wunde muss anschließend gründlich desinfiziert werden.

Wie kann ich gegen Zeckenbefall vorbeugen?

Bei der Gartenarbeit sowie bei Spaziergängen durch Gras und Unterholz sollten Sie unbedingt Kleidung tragen, die möglichst viel von Ihrem Körper bedeckt. Denken Sie auch an feste Schuhe! Sprühen Sie Ihre Kleidung und besonders die freien Hautstellen mit Sprays gegen Zecken, sogenannten Repellents, ein. Lassen Sie sich impfen, vor allem wenn Sie in einem der Risikogebiete leben. Mit einer Grundimmunisierung kann schon im Winter begonnen werden. Eine Schnellimmunisierung erhält man durch drei Impfungen bereits innerhalb weniger Wochen. Der Impfschutz bleibt für mindestens drei Jahre bestehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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