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Gesundheitslexikon: Zahnarzt

Der Zahnarzt hilft bei der Prophylaxe und Behandlung von Beschwerden

Der Zahnarzt gehört in Deutschland zu den Ärzten, die auch ohne Beschwerden zur Vorsorge regelmäßig besucht werden. Im Gegensatz zu anderen Vorsorgeuntersuchungen, beispielsweise bei Gynäkologen, geschieht dies meist seit früher Kindheit. So sollen schwere Schäden am Zahnapparat gar nicht erst entstehen.

Ausbildung

Zum Zahnarzt wird man durch das erfolgreiche Abschließen eines zahnmedizinischen Studiums und anschließend erlangter 'Approbation'. Ein Zahnarzt mit Gestattung der Berufsausübung wird zwingenderweise zum Mitglied einer Zahnärztekammer. Er kann sich weiterbilden, beispielsweise zum Oralchirurgen, zum Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen oder zum Kieferorthopäden. Oralchirurgen und Kieferorthopäden haben eine Weiterbildungszeit von jeweils vier Jahren. Der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg hat neben dem Zahnarztstudium auch ein allgemeines Medizinstudium absolviert und hat eine doppelte Approbation. Neben einer der genannten Weiterbildungen ist für Zahnärzte auch eine Fortbildung zum Erwerb einer Spezialisierung möglich ('Implantologie' etc.).

Prophylaxe

Die zahnärztliche Prophylaxe kann ein Entstehen größerer Probleme verhindern und so schmerzhafte Eingriffe gar nicht erst nötig werden lassen. Der Zahnarzt kontrolliert das Gebiss seiner Patienten zuerst mit den Augen und kleineren Hilfsmitteln, wie Spiegeln, die auch schwer zugängliche Winkel einsehbar machen. Stellt sich dadurch oder nach Schilderungen von Beschwerden ein Anfangsverdacht dar, können andere Diagnoseverfahren, dazu gehört das Röntgen, sinnvoll sein. Diese geben dem Zahnarzt Einblick in tiefer sitzende Probleme, die beispielsweise eine Wurzelbehandlung erfordern können. Bei der Vorsorge kann der Zahnarzt ebenfalls entstandenen Zahnstein abkratzen, was eine Ansiedelung von Bakterien an dieser Stelle erschwert. Kleine Löcher können, wenn der Arzt sie früh entdeckt, meist schmerzlos gefüllt werden. Auch bei regelmäßiger Prophylaxe kann es jedoch zu größeren Problematiken kommen, da für den Zustand des Gebisses auch die Veranlagung des einzelnen Patienten sowie dessen alltägliche Mundhygiene und Ernährungsgewohnheiten eine Rolle spielen.

Behandlung

Ist es zu einer Zahn- oder Zahnfleischerkrankung gekommen, so kann der Zahnarzt diese meist sofort behandeln. Größere Eingriffe, die mehrere Sitzungen erfordern, können zum Beispiel Wurzelbehandlungen, Zahnimplantate/-ersatz oder fortgeschrittenere Entzündungen, eventuell mit 'Abszessbildung', sein. Bei den meisten Eingriffen wird eine örtliche Betäubung gesetzt. Einige Operationen, wie zum Beispiel die Entfernung der Weisheitszähne, können auf Wunsch unter Vollnarkose durchgeführt werden. In den meisten Fällen ist dies jedoch nicht nötig und der Patient kann nach dem Eingriff ohne Einschränkungen wieder nach Hause entlassen werden.

Neben vielen auch von den gesetzlichen Krankenkassen getragenen Behandlungen bieten Zahnärzte zusätzliche Dienste an, wie zum Beispiel die 'Professionelle Zahnreinigungen' (PZR). Hier wird das Gebiss gründlich auch an Stellen gereinigt, die bei der alltäglichen Mundpflege nicht oder nur sehr schwer zu erreichen sind. Zudem wird Zahnstein entfernt und eine schützende Fluorschicht aufgetragen. Je nach Zustand des Gebisses und Veranlagung des Patienten empfehlen Zahnärzte eine unterschiedliche Anzahl von jährlichen Zahnreinigungen. Eine erhöhte Disposition für 'Parodontose' gilt zum Beispiel als Faktor, der die ideale jährliche Anzahl erhöht. Im Schnitt werden eine bis drei solcher PZRs pro Jahr empfohlen.

Angstpatienten

Eine weitverbreitete Angst vor zahnärztlichen Behandlungen führt dazu, notwendige Arztbesuche zu meiden oder so lange wie möglich vor sich herzuschieben. Es gibt deshalb Praxen, die sich auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert haben. Dort soll in einer ruhigen Atmosphäre und mit geschultem Personal besonders auf den Patienten eingegangen werden. Die Angst vor dem Zahnarzt, die in schweren Fällen zu einer echten Phobie werden kann, ist unbedingt ernst zu nehmen. Sie kann bis zu Panikattacken oder einem grundsätzlichen Verweigern des Arztbesuchs führen. Auf diese Ängste vorbereitete Praxen können daher für manche Betroffenen die einzige Möglichkeit sein, überhaupt zahnärztliche Untersuchungen an sich vornehmen zu lassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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