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Gesundheitslexikon: Yin-Yang

Mit Yin-Yang die traditionelle chinesische Medizin besser verstehen

Wer kennt nicht das kreisrunde Zeichen mit den zwei ineinander geschwungenen Hälften und dem jeweils andersfarbigen Punkt in der Mitte! Das Yin-Yang-Symbol ist ein beliebtes Sinnbild, verkörpert es doch die dynamische Balance aller Zustände.

Was ist Yin-Yang?

Nach der chinesischen Gesundheitslehre beeinflussen verschiedene Kräfte den Körper und das Wohlbefinden. Zu diesen sich polarisierenden Energien gehören Yin und Yang. Diese beiden Zentren finden sich vereint in dem berühmten Symbol ‚Taiji‘ wieder. Dabei steht die rechte, schwarze Seite für das Yin-Prinzip und verkörpert die Leere, das Innere, das Weibliche und die Kälte. Die weiße Yang-Seite stellt hingegen die Fülle, das Männliche, das Äußere und die Hitze dar. Diese Prinzipien sind unlöslich miteinander verbunden und tragen, symbolisch gekennzeichnet durch den jeweils andersfarbigen Punkt, auch immer einen Teil der gegenüberliegenden Kraft in sich.

Die Balance zwischen Yin-Yang wirkt nach der chinesischen Gesundheitsphilosophie auf das gesamte Leben. In der mehrere Jahrtausende alten traditionellen chinesischen Medizin (TCM) geht man davon aus, dass es acht diagnostische Kategorien gibt, auch Leitlinien genannt, zu denen auch Yin und Yang gehören. Diese Leitkriterien werden im Chinesischen mit dem Begriff ‚Bagang‘ bezeichnet.

Welche Bedeutung kommt Yin-Yang in der TCM und Bagang zu?

Yin und Yang müssen ständig fließen und in Bewegung bleiben, um ausgeglichen zu sein. Diesen Fluss nennt man ‚Qi‘. Damit ist die Lebensenergie gemeint, die jeder Mensch in sich trägt und auch ausstrahlt. Kommt es nun zu einem Ungleichgewicht von Yin und Yang, so wirkt sich diese Dysbalance auch auf das Qi aus.

Aus dem Yin-Yang-Prinzip lassen sich umfassende Rückschlüsse auf die Körpervorgänge und Organe, die mentale Gesundheit, den bisherigen Lebensweg und die Lebensperspektive schließen. Sind Yin und Yang unausgeglichen, dann zeigt sich dies in einer Blockade des Qi. Dann ist auch Bagang damit geschwächt, weil eben alle Leitlinien miteinander in einem harmonischen Verbund sein müssen.

Welche verschiedenen Arten von Bagang gibt es noch?

Es gibt innerhalb der Bagang-Philosophie neben dem allumfassenden Wirkprinzip Yin und Yang noch weitere Grundsätze, die ebenfalls miteinander verbunden sind und aufeinander einwirken. Die feinere Abstufung wird als Xu und Shi bezeichnet. Dabei steht Xu für körperliche Schwäche und zeigt sich in Müdigkeit, Depression und Abgeschlagenheit. Dem gegenüber steht Shi für eine übermäßige Fülle an Energie. Shi zeigt sich durch Schmerzen, Krämpfe und eine rote Gesichtshaut.

Das Wirkprinzip Li und Biao hingegen beschreibt den Zustand der Organe und Gliedmaßen. Li umfasst schmerzende Organe in Brust und Bauchraum und zeigt sich in Fieber und Durchfall. Biao ist eine von außen verursachte Störung und bringt schmerzende Gelenke und Kopfschmerzen.

Als weiteres Wirkprinzip gilt Han und Re. Han ist eine Kältestörung und entwickelt sich, wenn Qi bereits gestört ist. Dann entstehen beispielsweise Erkältungskrankheiten. Re wird durch eine Überaktivität von Qi ausgelöst und zeigt sich durch große Hitze im Körper.

Diese acht Unterteilungen bilden zusammen Bagang. Nur wenn sie ausgeglichen sind und demnach Qi fließt, ist der Mensch gesund.

Was sollte man bei Yin-Yang im Rahmen von Bagang beachten?

Ein erfahrener TCM-Arzt erkennt durch Puls- und Zungendiagnostik die Wirkweise von Bagang im Körper und kann eine geeignete Therapieform zusammenstellen. Für Außenstehende ist die tiefe Komplexität und Symbolik der chinesischen Heilkunst selten umfassend zu verstehen.

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