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Gesundheitslexikon: WHO (Weltgesundheitsorganisation, World Health Organization)

Der globale Koordinator in Gesundheitsfragen: Die WHO

Sie ist mehr als die Organisation, die vor zu viel UV-Bestrahlung im Solarium warnt und mit einem Zusammenhang zum möglichen Krebsrisiko beim Wurstverzehr droht. Die WHO umspannt den Globus mit Gesundheitsprogrammen und setzt sich auch in Entwicklungsländern für Kranke und Bedürftige ein.

Was ist die WHO?

Die Abkürzung WHO steht für 'World Health Organization' und wird im deutschsprachigen Raum auch Weltgesundheitsorganisation genannt. Sie ist eine Form der Sonderorganisation innerhalb der Vereinten Nationen. Der Hauptsitz ist in Genf, zudem betreibt die Organisation weltweit viele Regionalbüros. Die WHO wurde 1948 gegründet und umfasst derzeit 194 Mitgliedsstaaten. Prinzipiell kann jeder Staat Mitglied werden. Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen sind auch gleichzeitig Mitglied der WHO, mit Ausnahme des Fürstentums Liechtenstein. Zudem sind die Cookinseln und die vor Neuseeland liegende Insel Niue Mitglieder. Puerto Rico und Tokelau sind assoziierte Mitglieder.

Welche Aufgaben hat die WHO?

Die WHO hat es sich zur Aufgabe gemacht, allen Menschen rund um den Globus zum bestmöglichen Status an Gesundheit zu verhelfen. Wie dies genau aussehen soll, wird individuell von Land zu Land einzeln beschlossen. Zumindest jedoch sollen alle Menschen so gesund sein, um ein sozial und wirtschaftlich adäquates und zufriedenstellendes Leben führen zu können. Konkret bekämpft die Weltgesundheitsorganisation übertragbare Krankheiten wie AIDS, SARS, Malaria oder Grippe. Auch globale Kampagnen gegen das Rauchen oder gegen Übergewicht werden von Genf aus gesteuert. Zudem arbeitet man an einem Impf-Schutz vor Infektionskrankheiten und entwickelt Konzepte zur Verhinderung eines pandemieartigen Ausbruchs. Als wichtiges Betätigungsfeld sieht die WHO auch die Datenerhebung zum Gesundheits- und Krankheitsstand der Menschen. In der Entwicklungshilfe ist die Organisation ebenfalls engagiert und möchte in Entwicklungsländern für den effektiven Aufbau eines effizienten Gesundheitssystems sorgen. Im Fokus der Öffentlichkeit ist der jährlich veröffentlichte Weltgesundheitsbericht. In ihm sind die Zahlen zur internationalen Gesundheitsversorgung festgehalten und die Krankheitsanhäufungen klassifiziert. Die WHO arbeitet sehr eng mit den verschiedenen Regierungen zusammen. Daraus ergeben sich wiederum viele Richtlinien, die als Handlungsempfehlungen in den jeweiligen Ländern aufgenommen werden können. Diese müssen zwar nicht befolgt werden, doch übernehmen die allermeisten Regierungen die Grundsätze der WHO in ihre staatlichen Gesundheitsprogramme.

Gibt es nachweisbare Erfolge der WHO?

Durch die weltweite Bekämpfung der Pocken, woran die WHO maßgeblich beteiligt war, konnte diese Erkrankung 1980 für ausgerottet erklärt werden. Viele Infektionskrankheiten konnten durch weltweite Impf-Programme ebenfalls stark minimiert werden. Ein Ziel der Weltgesundheitsorganisation für die nahe Zukunft soll die Ausrottung der Kinderlähmung (Polio) und die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Malaria sein. Um der Mangelernährung in vielen Ländern entgegen zu wirken, investiert die WHO jährlich große Summen in Hilfslieferungen für die Bevölkerung. Dadurch konnten unzählige Menschenleben in den vergangenen Jahrzehnten gerettet werden.

Wie finanziert sich die WHO?

Die Mitgliedsstaaten entrichten nach einem festgelegten Schlüssel, der sich auf die Zahlungsfähigkeit des Landes bezieht, einen Beitrag. So wies das Zweijahresbudget von 2008 und 2009 insgesamt Einnahmen in Höhe von 3,759 Milliarden US-Dollar aus, wovon die Mitgliedsstaaten 940 Millionen US-Dollar beisteuerten. Die restlichen Gelder generierten sich aus freiwilligen Zahlungen der Länder, aus Stiftungen, von anderen internationalen Organisationen, Dienstleistungen der WHO und Spenden des privaten Sektors. Im Referenzjahr lagen die Ausgaben bei 3,941 Milliarden US-Dollar. Kritisiert wird immer wieder, dass über freiwillige Zahlungen auch Pharmaunternehmen mutmaßlichen Einfluss auf die WHO nehmen könnten.

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