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Gesundheitslexikon: Weizenkleie

Weizenkleie macht satt und sorgt für einen gesunden Darm

Weizenkleie war in den letzten Jahrhunderten ein Abfallprodukt der Getreideverarbeitung und wurde zur Tierfütterung eingesetzt. Seit einigen Jahren ist sie jedoch in den Fokus von Ernährungswissenschaftlern und der breiten Bevölkerung gerückt. Sie ist als Ballaststofflieferant beliebt und kommt im Rahmen einer vollwertigen Ernährung zum Einsatz.

Was ist Weizenkleie?

Wird Weizen zu Mehl verarbeitet, so bleibt die Schale des Korns, die sogenannte Aleuronschicht, als Restprodukt übrig. Weizenkleie setzt sich also aus den abgeschälten Außenschichten der Weizenkörner zusammen. Die Kleie wird gereinigt, gesiebt, getrocknet und dann weiterverarbeitet. Weizenkleie ist ein hervorragender Ballaststofflieferant. Insbesondere in Müsli und Backwaren findet sie sich häufig. Sie eignet sich dazu, da sie wenig Eigengeschmack mitbringt und sich gut mit anderen Zutaten vermischen lässt. Sie verfügt über eine aufquellende Wirkung und bildet, mit etwas Flüssigkeit versetzt, eine pastöse Masse.

Woraus besteht Weizenkleie und was ist in ihr enthalten?

Weizenkleie besteht hauptsächlich aus Cellulose und Hemicellulose. Diese beiden natürlichen Bestandteile kommen nur in Pflanzen vor und geben dort den Zellwänden ihre Struktur. Als weiterer Baustein findet sich in Weizenkleie Lignin. Dieser Stoff ist holzartig und spröde und gibt der Weizenkleie ihre bräunliche Färbung. Da Weizenkleie ein Naturprodukt ist, schwankt die Zusammensetzung der enthaltenen Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren. Als Durchschnittswert lässt sich festhalten, dass die Zellen der Aleuronschicht zu zirka 30 Prozent aus Eiweiß bestehen. Daneben enthalten Weizenkleie zirka sieben Prozent Lipide, rund sechs Prozent Mineralstoffe und viele Vitamine.

Wie wirkt Weizenkleie auf den Körper?

Weizenkleie sollten niemals roh, sondern immer nur nach ausreichendem Quellvorgang verzehrt werden. Wer Weizenkleie konsumiert, bemerkt das gute Sättigungsvermögen. Die faserreichen Stoffe bleiben länger im Magen und füllen diesen gut aus. Die Kleie erreicht in unveränderter Form den Darm. Dem menschlichen Körper fehlt ein entsprechendes Enzym zur tatsächlichen Verdauung von Weizenkleie. Durch die aufquellende Wirkung schiebt sich der Speisebrei mit den enthaltenen Weizenkleien behutsam durch den Darm und putzt die Darmzotten gründlich aus. Diese Wirkung sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel im Rahmen der Verdauung nur langsam ansteigt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Weizenkleie durch diesen Vorgang alte Ablagerungen, überschüssige Gallensäure und sonstige Mikroben löst und diese auf natürlichem Wege aus dem Darm herausbefördert.

Bei welchen Problemen hilft Weizenkleie?

Bei regelmäßigem Verzehr sorgt Weizenkleie für eine gute Peristaltik des Darms und erhöht das Stuhlvolumen. Dies kann besonders für Menschen von Vorteil sein, die unter einer trägen Verdauung leiden oder von einem Völlegefühl geplagt werden. Da sie lange sättigt, kommt sie auch in der Adipositas-Behandlung zum Einsatz.

Was sollte man beachten?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Tag einen durchschnittlichen Verzehr von rund 30 Gramm Ballaststoffen. Weizenkleie kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein. Wer sich längere Zeit eher ballaststoffarm ernährt, sollte mit dem Verzehr von Weizenkleien moderat beginnen und sich dann langsam steigern. So hat der Darm genügend Zeit, sich an die natürliche Kost zu gewöhnen. Bei Aufnahme von zu viel Weizenkleie drohen Verstopfungen oder Blähungen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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