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Gesundheitslexikon: Weißdorn

Weißdorn – was kann die Heilpflanze wirklich?

Um den Weißdorn ranken sich viele Mythen und Legenden. In früheren Zeiten glaubte man daran, dass seine Äste vor bösen Geistern beschützen können und in den Wipfeln Elfen wohnen. Schon in der Antike wurde die Pflanze heiliggesprochen. Heute werden die Vorzüge des Strauches medizinisch erfolgreich eingesetzt. In Europa ist Weißdorn zudem als Zierpflanze sehr beliebt.

Was ist Weißdorn?

Weißdorn ist auf den ersten Blick meist sofort zu erkennen. Im Sommer leuchten die vielen Blüten strahlend weiß über viele Monate hinweg. Weißdorn kann als Busch, Hecke oder Baum vorkommen. Botanisch gesehen gehört der Weißdorn zu den Rosengewächsen. Daher trägt er auch die circa zwei Zentimeter langen Dornen an seinen Ästen.

Weißdorn bevorzugt das direkte Sonnenlicht, kann aber auch im Halbschatten gedeihen. Zwischen Mai und Juni bilden sich die vielen Blüten aus, die unangenehm säuerlich riechen. Im Spätsommer entwickeln sich kleine Äpfel, die mehlig, aber generell genießbar sind. Weißdorn wurde 1990 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Wo kommt Weißdorn vor?

Die Pflanze kommt in allen gemäßigten Klimazonen vor und ist sehr ausdauernd. Den ältesten Exemplaren wird ein Alter von rund 500 Jahren bescheinigt. Da sich der Weißdorn auffallend gerne kreuzt, gibt es unzählige Unterarten der Pflanze.

Verwendung und Wirkung von Weißdorn als Heilpflanze

Schon in der frühen traditionellen chinesischen Medizin wurde dem Weißdorn eine heilende Wirkung attestiert. Vor über 2.000 Jahren waren auch die Römer von der kurierenden Wirkung überzeugt. Der Überlieferung nach sollen die indigenen Völker Amerikas den Weißdorn medizinisch genutzt haben.

In der Pflanzenheilkunde kommen die Blüten, die feinen Blätter und auch die Früchte zum Einsatz. Die Bestandteile überzeugen vor allem durch ihren Gehalt an sogenannten oligomere Procyanidinen (OPC) und den glykosidischen Flavonen. Neben Rutin und Hyperosid finden sich auch viele Gerbstoffe wieder. Dieser Mix an Inhaltsstoffen wirkt zunächst einmal auf das Herz-Kreislaufsystem. So konnte in Studien bewiesen werden, dass durch die Einnahme von Weißdorn-Präparaten einerseits die Kontraktionskraft des Herzens gesteigert wird. Daneben erweitern sich aber auch die Herzkranzgefäße, was zu einer besseren Sauerstoffsättigung des Gewebes führt. Da viele Krankheiten wie Angina Pectoris oder Herzinfarkt mit einer Unterversorgung des Herzmuskels durch Sauerstoff einhergehen, wird Weißdorn vor allem in der Homöopathie präventiv eingesetzt. Wer Weißdorn als Alternative zu ACE-Hemmern einsetzen möchte, braucht allerdings Geduld. Die positiven Eigenschaften der Pflanze wirken zeitlich versetzt und benötigen einige Wochen an Eingewöhnungszeit im Organismus. In der Naturheilkunde wird Weißdorn zudem bei Herzinsuffizienz oder einem unregelmäßigen Puls verordnet. Neben den in Studien belegten Vorteilen der Heilpflanze berichten Patienten auch von subjektiven Verbesserungen nach der Einnahme von Weißdorn. So sollen sich die Patienten allgemein leistungsfähiger fühlen und weniger unter Kurzatmigkeit leiden. In der Volksmedizin wird Weißdorn ferner gegen Nervosität und Spannungsgefühle eingesetzt.

Was sollte man über Weißdorn wissen?

Weißdorn wird allgemein sehr gut vertragen, es treten kaum Nebenwirkungen auf. Sehr wenige Patienten berichten von Schwindel. Da die Inhaltsstoffe gefäßerweiternd wirken, sollten Weißdornpräparate während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Es gibt viele Präparate unterschiedlicher Hersteller. Die Aufnahme kann über Dragees, Tabletten, Tonikum oder klassisch als Tee erfolgen. Aus den Früchten lassen sich vitaminreiche Säfte auch selbst herstellen. Zudem können die Blüten im Frühjahr als Geist angesetzt werden. Ein solcher alkoholhaltiger Auszug soll bei Herz-Kreislaufstörungen helfen können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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