Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Wadenwickel

Wie Sie mit Wadenwickeln Fieber senken können

Vielen Menschen sind Wadenwickel bereits aus ihrer eigenen Kindheit bekannt. Die kühlenden Wadenwickel und die Zuneigung halfen über das Fieber schnell hinweg. Auch heute gehören Wadenwickel noch zu den bekanntesten Hausmitteln bei Erkältungskrankheiten.

Was sind Wadenwickel?

Wadenwickel sind eine traditionelle Methode zur Fiebersenkung. In lauwarmes Wasser getauchte Baumwolltücher oder Leinentücher werden der erkrankten Person um die Unterschenkel gewickelt und dort für 20 bis 30 Minuten belassen.

Wie wirken Wadenwickel?

Bei Fieber ist die Körpertemperatur definitionsgemäß erhöht. Das Wasser in den getränkten Tüchern ist kälter als die Temperatur des Körpers. Die Unterschenkel werden gekühlt und über die kühlen Wickel geht Wärme des Körpers verloren. Zusätzlich regt der Kältereiz den Sympathikus, einen Teil des vegetativen Nervensystems, an. Der Sympathikus ist auch als Kampf- und Fluchtnerv bekannt. Er aktiviert den Stoffwechsel, sorgt für eine Verengung der Blutgefäße und steigert dadurch den Blutdruck. Sobald der Wickel jedoch die Körpertemperatur angenommen hat, kommt der Gegenspieler des Sympathikus, der Parasympathikus, ins Spiel. Er entspannt den Körper und stellt die Blutgefäße weit. Somit ist die Wirkung der Wickel auch davon abhängig, wie lange sie angelegt werden. Während kurz angelegte Wickel die Körpertemperatur senken, wirken lang angelegte Wickel beruhigend und sogar Schlaf fördernd. Mithilfe der Wickel kann Fieber ab 39 °Celsius innerhalb von anderthalb Stunden um rund einen Grad gesenkt werden.

Bei welchen Beschwerden sollen die Wadenwickel helfen?

Wadenwickel werden bei Fieber zur Senkung der Körpertemperatur angelegt. Auch bei lokalen Entzündungen, beispielsweise bei Venenentzündungen oder bei Überanstrengung können sie Beschwerden lindern.

Wie legt man die Wickel richtig an?

Ein guter Wadenwickel besteht aus drei einzelnen Tüchern. Das innere Tuch wird direkt auf die Haut gelegt. Dafür eignet sich ein Leinentuch. Es wird in Wasser getaucht, ausgewrungen und faltenfrei auf den Unterschenkel gelegt. Darüber wird ein trockenes Tuch aus Baumwolle gelegt, um überschüssige Flüssigkeit aufzusaugen. Dieses Tuch sollte etwas größer sein als das innere Tuch. Als Außentuch eignet sich ein Frottee- oder Wolltuch. Es wird um das mittlere Tuch gewickelt und dient dem Temperaturerhalt. Wichtig ist, dass die Wadenwickel straff sitzen. Nur so können sie ihre volle Wirkung entfalten.

Bei Kindern sollte das Wasser zur Fiebersenkung zwischen 28 und 32 °Celsius haben. Sobald die Wickel warm sind, müssen sie gewechselt werden. Bei Erwachsenen können die Temperaturdifferenzen durchaus größer sein. Hier kann leitungskaltes Wasser zwischen 16 und 20 °Celsius genutzt werden. Die Wickel müssen dementsprechend seltener gewechselt werden.

Was sollte man bei Wadenwickeln unbedingt beachten?

Vor einer selbstständigen Behandlung sollte immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt beziehungsweise Kinderarzt gehalten werden. Bei Patienten, die im Rahmen ihrer Erkrankung frieren, sind kalte Wadenwickel kontraindiziert. Auch bei kalten Händen oder kalten Füßen sollten keine Wadenwickel angelegt werden. Falls der Patient die Wickel eher als unangenehm und störend empfindet, sollten sie sofort abgelegt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige