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Gesundheitslexikon: Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe – woher sie kommen und was hilft

Ein Wadenkrampf ist eine plötzlich einsetzende starke Kontraktion der Wadenmuskulatur. Dabei können nur einzelne Muskeln oder die ganze Muskelgruppe der Wade betroffen sein. Die normalerweise auf eine Anspannung erfolgende Entspannung bleibt aus und der Muskel krampft. Manchmal breitet sich die Kontraktion bis in die Beugemuskeln der Zehen aus. Die Muskeln werden hart und schmerzen stark. Bis sich der Krampf allmählich löst, kann es Sekunden bis Minuten dauern. Muskelkrämpfe kommen relativ häufig vor. Besonders Sportler, Schwangere und Senioren sind davon betroffen.

Ursachen

Die häufigsten Ursachen für Wadenkrämpfe sind Überlastung durch sportliche Aktivitäten, Magnesiummangel, Diäten, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme und erhöhter Alkoholkonsum. Schwangere benötigen für ihren Körper vermehrt Magnesium. Wird das nicht zugeführt, so kann es zu Muskelkrämpfen kommen. Menschen, die sich selten bewegen und ihre Muskeln nicht fordern, leiden häufig nachts unter Muskelkrämpfen. Bei Senioren begünstigt eine Wechselwirkung zwischen geringer Bewegung, Hormonumstellung und Durchblutungsstörungen die Entstehung von Muskelkrämpfen. Zusätzlich können auch Krankheiten wie Diabetes und verschiedene Magen-, Darm- und Nierenerkrankungen die Ursache für Wadenkrämpfe sein.

Symptome

Typisches Symptom eines Wadenkrampfes ist die plötzliche und sehr schmerzhafte Kontraktion der Muskulatur. Über die Dauer von Sekunden bis Minuten bleibt der Muskel angespannt und verhärtet. In der Regel tritt der Wadenkrampf nur an einem Bein auf und sehr häufig nachts während des Schlafs. Manchmal dehnt sich der Krampf bis in den Fuß aus. Meist handeln Betroffene instinktiv richtig und dehnen den Muskel, indem sie die Zehen zum Körper ziehen. Damit bringen Sie den Fuß und automatisch auch die Wadenmuskulatur in Streckung und somit zum Entspannen.

Diagnose

Der Arzt erfragt die Krankheitsgeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch. Der Wadenkrampf selbst ist schnell diagnostiziert; wichtig ist aber, die Gründe für die Krämpfe zu finden. Es muss geklärt werden, wie oft und in welchen Situationen sie auftreten und ob der Patient unter weiteren Symptomen leidet. Daraus kann der Arzt erkennen, ob eventuell eine Erkrankung der Auslöser für die Wadenkrämpfe ist. Mit einer Blutuntersuchung kann die Konzentration von Magnesium und des Blutzuckers festgestellt werden. Auch Leber- und Nierenwerte bringen weiteren Aufschluss.

Behandlung

Bei einem akuten Wadenkrampf ist die erste Maßnahme ein Dehnen des Muskels, indem man die Zehen zum Körper zieht und damit die Fußsohle streckt. Die weitere Therapie orientiert sich an der Ursache der Wadenkrämpfe. Liegt Magnesiummangel vor, wird dieser Mineralstoff, meist in Form von Tabletten oder Granulat zum Auflösen, zugeführt. Besonders für Schwangere oder wenn man Sport treibt und viel schwitzt, sind Mineralsalze wichtig für den Körper. Außerdem sollte man ausreichend trinken. Treten die Wadenkrämpfe häufig nachts auf, kann es helfen, vor dem Schlafengehen die Muskeln mit speziellen Übungen zu dehnen. Ist der Grund für die Wadenkrämpfe eine Erkrankung, wird diese mit der entsprechenden Therapie behandelt.

Vorbeugung

Liegt keine Erkrankung vor, so kann man Wadenkrämpfen vorbeugen, indem man die Muskeln regelmäßig massiert, ausreichend trinkt und sich gesund ernährt. Auch Fußgymnastik kann den Krämpfen vorbeugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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