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Gesundheitslexikon: Wacholder

Wacholder – Beeren mit heilender Wirkung

Der Wacholder (Juniperus communis) gehört in die Pflanzenfamilie der Zypressengewächse. Wacholderbeere, Recholder, Räucherstrauch, Krammetbeere, Machandel, Kaddigbeere, Reckolder sowie Kranawitt und Kronawitt sind Synonyme für Wacholder. Verwendet werden die Beeren des Wacholders in frischer, getrockneter, ganzer oder gemahlener Form.

Herkunft und Vorkommen

Wacholdersträucher findet man in allen europäischen Regionen. Darüber hinaus ist er auch in den klimatisch gemäßigten Regionen Asiens verbreitet. Vom vorherrschenden Klima ist die Würzkraft der Beeren in bedeutendem Maße abhängig – je milder und sonniger das Klima, desto ausgeprägter ist die Würzkraft. In Deutschland werden vorwiegend Ernten aus dem Mittelmeerraum angeboten. Allerdings findet man Wacholder auch auf heimischen Sandböden, wie beispielsweise auf den trockenen Böden in der Lüneburger Heide. Ende August können Wacholderbeeren geerntet werden.

Die Merkmale des Wacholders

Wacholder wächst als immergrünes strauch- beziehungsweise baumförmiges Nadelgehölz. Während Wacholder im Gebirge lediglich 20 bis 50 cm groß wird, kann er in niedrigen Lagen zu zwölf Meter hohen säulenförmigen Bäumen heranwachsen. Diese Bäume können bis zu 2.000 Jahre alt werden, ihre Stämme haben dann Durchmesser von bis zu einem Meter.

Wacholderbeeren sind im Verlauf des Reifeprozesses zunächst grün. Nach einem Jahr Reifezeit bekommen sie ihre blauschwarze Farbe. Die Beeren haben Durchmesser von etwa sechs bis zehn mm, getrocknet bildet sich eine runzlige Oberfläche aus.

Verwandt ist Wacholder mit der Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) – der Ähnlichkeiten wegen werden Wacholderbäume auch ‚Zypressen des Nordens‘ genannt.

Es gibt übrigens den Aberglauben, wonach der Wacholder zwischen Leben und Tod zu vermitteln in der Lage ist. Demnach können die Seelen Verstorbener kurzzeitig in Wacholderbüschen und Wacholderbäumen verweilen. In dieser Zeit, so erzählt man sich, hätten sie Aussichten auf eine Rückkehr in eine irdische Existenz. Einem mittelalterlichen Glauben zufolge war ein Wacholderzweig zudem gut geeignet, den Teufel fernzuhalten.

Wirkung als Heilpflanze

Die Beeren enthalten viel Geraminol, Borneol und Terpineol, um nur einige der ätherischen Öle des Wacholders zu nennen. Sie haben ausgeprägte appetitanregende, muskelentspannende, harntreibende und desinfizierende Wirkungen.

Wacholderbeeren sollen zur Linderung von Grippe- und Erkältungssymptomen gekaut werden. Gegen Rheuma, Blasenentzündungen und Magenbeschwerden wirken Tees aus Wacholderbeeren.

Wacholder kann in vergleichsweise hohen Dosierungen Giftstoffe entwickeln, deshalb sollten Nierenkranke und Schwangere auf Wacholder als Heilmittel verzichten.

Verwendung in der Küche

Wacholderbeeren schmecken würzig, leicht harzig und süß; ihr Duft erinnert an einen Tannenwald. So gehören die Beeren zu den klassischen Gewürzen bei der Zubereitung von Wildgerichten, besonders von Reh, Wildschwein oder Taube. Darüber hinaus passen die Aromen gut zu Rind-, Schweine- und Lammfleischgerichten sowie zu Rotkohl, Weißkraut und Sauerkraut, zu Rüben und Rote Bete.

Wacholderbeeren entfalten grob zerstoßen oder zerdrückt ihr Aroma am besten. Wacholder hat ein intensives, besonders kraftvolles Aroma – deshalb sollte er vorsichtig dosiert werden. Oft wird Wacholder als Gewürz mit schwarzem Pfeffer, Lorbeer, Senfkörnern, Thymian und Majoran kombiniert. Der Wacholder ist zudem ein geschmacksgebender Bestandteil von Genever und Gin.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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