Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Vitamin K2 (Menachinon)

Vitamin K2 – Vitalstoff mit vielseitiger Wirkung

Vitamin K2, auch als Menachinon bekannt, ist ein Vitamin aus der Gruppe der fettlöslichen Vitamine. Der Vitalstoff wurde erst recht spät entdeckt. In den 1920er-Jahren deckte der dänische Forscher Carl Peter Henrik Dam die ersten Vitamin K2-Mangelerscheinungen auf. Für die vollständige Erforschung der Vitamin K-Gruppe erhielt Dam zusammen mit Edward Adelbert Dosy den Nobelpreis für Medizin.

In welchen Lebensmitteln steckt Vitamin K2?

Ebenso wie Vitamin K1 findet sich auch K2 in den Blättern von Grünpflanzen. So sind beispielsweise Grünkohl, Spinat oder verschiedene Blattsalate reich an Vitamin K. Auch rohes Sauerkraut, fermentierte Sojaprodukte, einige Käsesorten und Butter können als K2-Lieferant dienen. Im Gegensatz zu Vitamin K1 kann Vitamin K2 aber auch von den Bakterien der körpereigenen Darmflora gebildet werden. Das im Darm produzierte Vitamin wird dann von den Darmzellen aufgenommen und geht in den Blutkreislauf über. Voraussetzung dafür ist allerdings eine intakte Darmflora.

Wozu braucht der Körper Vitamin K2?

Eine der wichtigsten Aufgaben des Vitamins ist die Blutgerinnung. Damit verschiedene Gerinnungsfaktoren im Blut in ihre wirksame Form umgewandelt werden können, ist Vitamin K nötig. Auch die gerinnungshemmenden Proteine C und S können nur mithilfe von Vitamin K2 aktiv werden. Somit übernimmt das Vitamin eine wichtige regulierende Rolle bei der Blutgerinnung.

Doch Vitamin K wird im Körper auch an anderen Stellen benötigt. Als Kofaktor der sogenannten γ-Glutamylcarboxylase ist der Vitalstoff an der Mineralisation der Knochen beteiligt. Vitamin K hemmt zudem die Aktivität der Osteoklasten. Osteoklasten sind für den Abbau von Knochengewebe zuständig. Zusammengefasst wirkt sich das Vitamin also positiv auf den Knochenstoffwechsel und die Stabilität der Knochen aus.

Mediziner vermuten zudem, dass das Vitamin einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems hat.

Wieviel Vitamin K2 benötigt der Mensch?

Die ‚Deutsche Gesellschaft für Ernährung‘ (DGE) empfiehlt eine Zufuhr zwischen 65 µg (Frauen) und 80 µg täglich. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Zufuhr lediglich ausreicht, um die Gerinnung aufrechtzuerhalten. Für weitere Funktion benötigt der Körper zusätzliches Vitamin K2. Der Bedarf kann durch den regelmäßigen Verzehr von grünem Blattgemüse gedeckt werden. Eine weitere gute Quelle für Vitamin K ist die Avocado. Um einen Mangel direkt nach der Geburt zu vermeiden, erhalten Neugeborene in Deutschland eine orale Prophylaxe mit dreimal zwei Milligramm Vitamin K2 nach der Geburt.

Welche Symptome treten bei einem Mangel auf?

Ein Mangel ist bei einer normalen Ernährung und einem gesunden Darm eher selten. Da die Blutgerinnung ohne Vitamin K nicht adäquat funktioniert, kommt es zu einer verlängerten Blutungszeit mit Hämatomen, Anämie, Blutverlusten und Wundheilungsstörungen. Zudem fördert ein Mangel an Vitamin K die Entstehung von Osteoporose, Gelenkentzündungen und Arteriosklerose.

Kann Vitamin K überdosiert werden?

Nach dem derzeitigen Forschungsstand ist eine Überversorgung mit Vitamin K nicht möglich. Es ist allerdings zu beachten, dass schon kleine Mengen Vitamin K die Wirkung gerinnungshemmender Arzneistoffe wie Warfarin oder Marcumar herabsetzen können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

Anzeige