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Gesundheitslexikon: Vitamin E (Tocopherol)

itamin E (Tocopherol) - das Zellschutzvitamin

Vitamin E (Tocopherol) ist ein wichtiges Antioxidans. Es schützt die Körperzellen vor Schädigungen durch aggressive Sauerstoffmoleküle (freie Radikale). Ein Mangel dieses wichtigen Nährstoffs begünstigt möglicherweise die Entstehung von Arteriosklerose, Krebs und anderen Erkrankungen. Vitamin E (Tocopherol) ist ein fettlösliches Vitamin. Es wurde 1922 an der Universität von Kalifornien entdeckt, aber erst 1968 als wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung anerkannt. Das Vitamin besteht aus mehreren ähnlichen Substanzen, die man als Alpha-Tocopherol, Beta-Tocopherol, Gamma-Tocopherol und Delta-Tocopherol bezeichnet. Zur Vitamin-E-Familie gehören außerdem vier weitere Stoffe, die sogenannten Tocotrienole.

Wozu braucht es der Körper?

Wenn Fette mit Sauerstoff reagieren (oxidieren) verderben sie und werden ranzig. Das kann nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch im Körper passieren. Fettähnliche Strukturen spielen eine große Rolle bei Schutz und Funktion der Körperzellen. Die ungesättigten Fettsäuren in den Zellmembranen sind besonders anfällig. Werden sie durch radikale Sauerstoffmoleküle attackiert, kommt es zu Zellschädigungen und krankhaften Prozessen. Vitamin E verwandelt die aggressiven Sauerstoffmoleküle in reaktionsschwache Verbindungen, indem es ihnen ein Elektron spendet. Der Entstehung von Krankheiten und entzündlichen Prozessen kann dadurch vorgebeugt werden. Vitamin E spielt außerdem eine Rolle bei der Steuerung der Keimdrüsen und wirkt möglicherweise Ablagerungen in Gefäßwänden entgegen. Außerdem ist Vitamin E für die Aufrechterhaltung der Tätigkeit verschiedener Enzyme und für den Schutz der roten Blutkörperchen wichtig. Man glaubt außerdem, dass es das Altern der Zellen verlangsamt.

Wo findet man Vitamin E und wie gelangt es in den menschlichen Körper?

Vitamin E wird hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen. Der Haut kann es auch als Bestandteil von Cremes und Sonnenschutzmitteln zugeführt werden. In der Nahrung findet man Vitamin E hauptsächlich in Pflanzenölen (Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, rotes Palmöl, Olivenöl). Geringere Mengen finden sich in Nüssen, grünem Blattgemüse (Grünkohl, Spinat), Getreide, Fleisch, einigen Fischarten (Hering), Margarine, Butter und Eigelb. Obstsorten, die Vitamin E enthalten, sind Johannisbeeren, Avocados und Mangos.

Der Tagesbedarf an Vitamin E und wie man ihn decken kann

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt erwachsenen Frauen eine Tagesdosis von 11–12 Milligramm Tocopherol. Männliche Erwachsene sollten 12–15 Milligramm täglich zu sich nehmen. Bei Schwangeren und Stillenden wird der Bedarf höher eingeschätzt. Auch wer viele ungesättigte Fettsäuren mit der Nahrung zugeführt hat, sollte mehr Vitamin E zu sich nehmen. Die empfohlene Tagesdosis von 12 mg entspricht beispielsweise jeweils 5 ml Weizenkeimöl, 50 g Haselnüssen, 200 g Walnüssen, 120 g Erdnüssen oder 20 g Sonnenblumenöl.

Mangelerscheinungen und Folgen einer Überdosierung

Ein ernährungsbedingter Mangel an Vitamin E ist selten. Mangelerscheinungen können aufgrund gestörter Darmresorption, bei bestimmten Lebererkrankungen und bei Frühgeborenen auftreten. Mögliche Beschwerden sind neurologische Störungen (zum Beispiel Empfindungsverlust in den Gliedmaßen), Reizbarkeit, Leistungsschwäche und Erkrankungen der Netzhaut. Überdosierungen über die normale Nahrung sind kaum zu befürchten. Die langfristige Aufnahme hoher Vitamin-E-Dosen kann Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und eine gestörte Aufnahme der Vitamine A und K zur Folge haben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

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