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Gesundheitslexikon: Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B2 – vollwertige Nahrung liefert ausreichende Mengen

Eine weitere Bezeichnung für das Vitamin B2 ist Riboflavin, früher war es unter dem Namen Vitamin G bekannt. Riboflavin entstammt der Gruppe der B-Vitamine und ist aus dem menschlichen Stoffwechsel nicht wegzudenken. Das Vitamin ist wasserlöslich und besonders lichtempfindlich.

Welche Aufgaben übernimmt Riboflavin im Körper?

Vitamin B2 ist an vielen Abläufen im Körper beteiligt, es gilt als essenziell für die körperliche und geistige Entwicklung, für das Wachstum und für die Zellfunktion. Eine besonders wichtige Rolle spielt Riboflavin für den Stoffwechsel. Als Coenzym ist Vitamin B2 aktiv am Protein- und Energiestoffwechsel beteiligt, außerdem wirkt es am Stoffwechsel verwandter B-Vitamine mit.

Welche Lebensmittel sind reich an Vitamin B2?

Hierzulande gelten Milch und Milcherzeugnisse als die Hauptlieferanten des Vitamins. Käsesorten wie Camembert oder Brie sind die Spitzenreiter, hohe Werte weisen auch Edamer und Emmentaler auf. Ausreichend Vitamin B2 bieten zudem heimische Gemüsesorten wie Spinat und Brokkoli oder Hülsenfrüchte und Pilze. Beim Getreide sind Speisekleie, bei den Fischen Seelachs, Makrele oder Aal für eine ausreichende Portion Vitamin B2 zu empfehlen. Viel Riboflavin wird in Deutschland zudem über Fleisch, etwa vom Lamm, vom Rind oder vom Kalb aufgenommen. Absolute Spitzenreiter unter den Vitamin-B-Lieferanten sind Innereien wie Niere oder Leber. Kaum Vitamin B2 enthalten hingegen heimische Obstsorten.

Da Riboflavin äußerst lichtempfindlich ist, sollten Vitamin B2-reiche Nahrungsmittel immer dunkel und kühl gelagert werden. Bei der Speisenzubereitung lohnt es, das Kochwasser mitzuverwenden, da ansonsten das wasserlösliche Vitamin verloren geht.

Wie kann der Riboflavin-Bedarf ausreichend gedeckt werden?

Die von der ‚Deutschen Gesellschaft für Ernährung‘ (DGE) empfohlenen Vitamin B2-Mengen sind von Alter und Geschlecht abhängig. Säuglinge benötigen nur etwa 0,3 mg Riboflavin pro Tag, bei den Sieben- bis Zehnjährigen verdreifacht sich dieser Wert bereits. Den höchsten Bedarf im Laufe des Lebens haben 15- bis 19-Jährige. Weibliche Teenager sollten 1,2 mg, männliche Teenager sogar 1,6 mg pro Tag zu sich nehmen. Bei Erwachsenen gilt ein Richtwert von 1,3 bis 1,4 mg bei den Männern und 1 bis 1,1 mg bei den Frauen. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf, der sich etwa im Bereich der männlichen Erwachsenen einpendelt.

Bei vollwertiger Ernährung stellt die Deckung des Vitamin B2-Bedarfs kein Problem dar. So können zwei Scheiben Roggenvollkornbrot, 200 g gegarter Spinat, 200 g gegarte Pilze und 150 g Kuhmilch bereits den Tagesbedarf eines Teenagers decken. Grundsätzlich empfiehlt die DGE den täglichen Genuss von Vollkorn- und Milchprodukten, Fleisch in Maßen sowie ein- bis zweimal Fisch pro Woche.

Kann es bei ungedecktem Bedarf zu Mangelerscheinungen kommen?

Ein Mangel an Vitamin B2 kommt in Deutschland nur selten vor, Gründe dafür könnten Medikamente wie etwa Psychopharmaka oder Alkoholmissbrauch sein. Typische Symptome sind Entzündungen im Bereich der Mundschleimhaut, Einrisse der Mundwinkel oder Hautprobleme. Schwerer Riboflavinmangel kann zu Anämie, Seh- oder Wachstumsstörungen führen.

Welche Folgeschäden sind bei einer Überdosierung zu erwarten?

Überschüssiges Vitamin B2 wird innerhalb kurzer Zeit mit dem Urin ausgeschieden beziehungsweise erst gar nicht über den Darm aufgenommen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

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