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Gesundheitslexikon: Viskosität

Die Viskosität und ihre Bedeutung für den menschlichen Körper

Mit der Viskosität wird die Zähflüssigkeit einer Flüssigkeit beschrieben. Je visköser eine Flüssigkeit ist, desto dickflüssiger und weniger fließfähig ist sie. Eine niedrigere Viskosität geht hingegen mit einer besseren Fließfähigkeit einher. Wenig visköse Flüssigkeiten sind dünnflüssiger und können bei gleichen Bedingungen schneller fließen als visköse Flüssigkeiten. Die geringere Fließfähigkeit von viskösen Fluids ist darauf zurückzuführen, dass die enthaltenen Teilchen stärker aneinander gebunden werden und damit auch unbeweglicher sind. Die innere Reibung ist erhöht. So ist die Viskosität von Blut zum Beispiel deutlich größer als die von Wasser.

Die Blutviskosität

Die Viskosität des Blutes wird von verschiedenen Parametern bestimmt. Eine entscheidende Rolle spielt der Hämatokrit. Als Hämatokrit wird der Volumenanteil der Blutzellen im Blut bezeichnet. 96 Prozent des Hämatokrits werden von den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gebildet. Der Hämatokrit wird in Prozent angegeben. Der Referenzbereich liegt bei Männern zwischen 43 und 49 Prozent und bei Frauen zwischen 37 und 45 Prozent. Die Verformbarkeit der einzelnen Erythrozyten wirkt sich ebenfalls auf die Viskosität des Blutes aus. Je unflexibler die roten Blutkörperchen sind, desto höher ist die Blutviskosität. Auch die Erythrozytenaggregation wirkt sich auf die Fließfähigkeit des Blutes aus. Der Begriff der Erythrozytenaggregation bezeichnet die Zusammenballung von Erythrozyten. Sie wird durch die Anziehungskräfte der roten Blutkörperchen verursacht und kommt vor allem bei einer langsamen Fließgeschwindigkeit des Blutes zustande. Die Viskosität des Blutes hängt ferner von der Viskosität des Blutplasmas, von der Bluttemperatur und von der Strömungsgeschwindigkeit des Blutes ab.

Die erhöhte Blutviskosität und ihre Folgen

Eine Erhöhung der Viskosität kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine mögliche Ursache ist das Hyperviskositätssyndrom, das durch eine erhöhte Konzentration von Paraproteinen im Blutplasma zustande kommt. Das Syndrom findet sich häufig bei bösartigen Erkrankungen wie dem Morbus Waldenström oder dem Multiplen Myelom. Auch bei Autoimmunerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder dem Lupus erythematodes kann es zur einer Viskositätserhöhung kommen. Durch die erhöhte Viskosität ist das Fließvermögen des Blutes herabgesetzt. Die Patienten leiden unter Müdigkeit, Schwäche und Atemnot. Aufgrund der gestörten Viskosität kommt es auch zu einer Störung der Blutplättchenfunktion, sodass Anämien aufgrund von starken Schleimhaut- und Nasenblutungen entstehen können. Bei bettlägerigen Patienten ist zudem die Thrombosegefahr stark erhöht.

Generell geht eine erhöhte Viskosität des Blutes und damit auch eine erhöhte Gerinnungsneigung immer mit einem erhöhten Thromboserisiko einher. Eine hohe Viskosität führt zu einer verlangsamten Blutströmung. Je langsamer das Blut in den Gefäßen fließt, desto schneller können sich Blutplättchen an die Wände der Venen anlagern und dort eine Gerinnselbildung initiieren. Eine gefürchtete Komplikation einer solchen Thrombose ist die Lungenembolie. Hier löst sich das Gerinnsel aus der Vene und gelangt über den Blutkreislauf und das rechte Herz in die Lunge. Der plötzliche Verschluss einer der beiden Hauptarterien der Lunge führt zu Atembeschwerden bis hin zum plötzlichen Atemstillstand.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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