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Gesundheitslexikon: Visite

Visite als Teilbereich der Medizin verstehen

Als Bestandteil des Tagesablaufs eines Arztes im Krankenhaus gehört mindestens ein täglicher Besuch beim Patienten dazu. Dieser wird als Visite bezeichnet und dient der Diagnostik und Therapie.

Die Geschichte der Visite

Die Visite gilt jeher als Wegbegleiter in der Medizin. Der Begriff wird heutzutage eher im stationären Klinikumfeld gebraucht, spielt aber auch für einen Hausarzt eine große Rolle. Bereits in früheren Zeiten war die Visite schon unverzichtbarer Bestandteil der Landärzte. In akuten Situationen hatten viele keine Möglichkeit, einen weit entfernten Arzt in seinen Räumen auszusuchen. Sie waren darauf angewiesen, dass ein fachkundiger Arzt nach Hause kommt.

Ziele der medizinischen Visiten

Mit Hilfe der regelmäßigen Besuche am Krankenbett können Informationen über Person, Leiden und Verlauf gesammelt werden. Diese Daten werden in der Regel schriftlich festgehalten und können am Ende die Diagnosestellung beeinflussen. Neben der Anamnese ist bei Bedarf auch eine körperliche Untersuchung Teil der Konsultation. Der Mediziner kann sich selbst ein Bild über den aktuellen Zustand machen, indem er betroffene Körperregionen abtastet und einschätzt. Diese Einschätzung kann weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, Blutentnahme, Physiotherapie und ähnliches nach sich ziehen.

Ablauf der Besuche

Normalerweise ist der Visitenablauf in einer privaten und auch öffentlichen Klinik standardisiert, also genau beschrieben. Alle Pflegekräfte, Assistenzärzte, Stationsärzte, Chefärzte und Co begutachten zu einem festgelegten Zeitpunkt ihre zugewiesenen Patienten. Hierdurch stellt das klinikinterne Qualitätsmanagement sicher, dass jeder Patient gesichtet wird. Während einige Patienten nur wenige Besuche benötigen, brauchen schwierigere Fälle mehrfache Besuche. Dieser individuelle Bedarf liegt in ärztlicher und pflegerischer Hand und setzt Flexibilität voraus.

Beobachtungen bei Visiten

Die Dauer eines Visitengesprächs hängt von vielen Faktoren ab. Einerseits ist der persönliche Bedarf des Erkrankten ausschlaggebend, andererseits sind viele Ärzte unter Zeitdruck und daher gezwungen, sich sehr schnell einen Überblick zu verschaffen. Die normale Visitendauer liegt bei drei bis vier Minuten und wird oftmals aufgrund von Notfällen unterbrochen. Zudem sind Patienten oft zu aufgeregt, um sich an Gesprächsinhalte zu erinnern. Daher empfiehlt es sich, eine weitere Person aus dem eigenen Umfeld teilhaben zu lassen.

Die Visite als Genesungsgrundlage für Patienten

Ein übergeordnetes Ziel der Visite liegt in der Kontaktpflege unter psychosozialen Aspekten. Ein kranker Mensch braucht tägliche Ansprache, auch von Fachpersonal, um positiv in die Zukunft blicken zu können. Ohne die regelmäßige Visite würde der Patient vermutlich zusätzliche Defizite empfinden. Analysen zum Thema zeigen auf, dass ohne ein persönliches Gespräch viele wichtige Teilstücke des sozialen Umfelds, der Beschwerden selbst und deren Bedeutung für den Einzelnen unentdeckt blieben. Die Visite dient der ganzheitlichen Wahrnehmung von Patienten und bleibt auch zukünftig unverzichtbar.

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