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Gesundheitslexikon: Verstopfung (Obstipation)

Was Sie über Verstopfungen wissen sollten

Obstipation ist die Folge einer Verdauungsstörung, die durch einseitige Ernährung verursacht werden kann, aber auch als Symptom einer Organerkrankung auftritt.

Ursachen

Eine Verstopfung entsteht, wenn der Stuhl zu langsam durch den Darm transportiert wird. Diese Trägheit trägt dazu bei, dass zu viel Wasser absorbiert wird. Der Stuhl wird hart und trocken, was die Ausscheidung erschwert. Bei einer Obstipation kann es sich um akute oder chronische Verstopfung handeln. Auslöser einer akuten Verstopfung können unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, längere Bettlägerigkeit oder psychische Ursachen wie ein Wechsel aus der vertrauten Umgebung über mehrere Tage sein. Bei Frauen sind hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren oder in der Schwangerschaft oft Ursache einer Obstipation. Im schlimmsten Fall ist ein Darmverschluss der Grund. Eine chronische Verstopfung liegt vor, wenn sie sich über einen Zeitraum von insgesamt zwölf Wochen oder länger erstreckt. Die Verstopfung entwickelt sich meist schleichend. Ursache hierfür können eine übermäßige Einnahme von Abführmitteln sein, Erkrankungen wie Schlaganfall, Reizdarm-Syndrom, Parkinson-Syndrom, Diabetes und andere Stoffwechselstörungen. Weiterhin kann bei manchen Medikamenten Verstopfung als Nebenwirkung auftreten. Obstipation kann auch eine Folge von Darmverengungen sein, die durch Divertikel (sackförmige Ausstülpungen an den Darmwänden) oder Tumore entstehen.

Symptome

Von einer Verstopfung spricht man, wenn es seltener als dreimal in der Woche zur Darmentleerung kommt, es sich insgesamt um harten oder großkalibrigen Stuhl handelt und die Betroffenen das Gefühl haben, der Darm sei blockiert und nicht ausreichend geleert. Oft werden diese Symptome von Völlegefühl, Übelkeit, Bauchschmerzen und Blähungen begleitet.

Diagnose

Die Obstipation ist eine Begleiterscheinung von einseitiger Ernährung, Bewegungsmangel oder einer ernsthaften akuten, beziehungsweise chronischen Erkrankung. Bei Ernährungsfehlern verschwindet sie meist, wenn eine Umstellung der Lebensgewohnheiten erfolgt. Bei einer länger anhaltenden Verstopfung wird der Arzt einer organischen Ursache auf den Grund gehen. Neben dem Abtasten (Palpation) der Bauchregion wird er Blut und Urin im Labor untersuchen lassen und bei einem Verdacht auf eine ernsthafte Darmerkrankung eine Darmspiegelung (Endoskopie)vornehmen.

Behandlung

Wenn es sich um eine ernährungsbedingte Obstipation handelt, kann eine Umstellung der Lebensgewohnheiten den Verlauf der Beschwerden positiv beeinflussen. Dazu gehört leichte sportliche Betätigung, reichliche Flüssigkeitsaufnahme und eine regelmäßige ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse sowie Vollkornprodukten, um die Darmtätigkeit anzuregen. Zusätzlich können Flohsamenschalen, Weizenkleie und Leinsamen mit entsprechender Flüssigkeitsaufnahme die Verdauungstätigkeit unterstützen. Sollte in der Diagnostik eine organische Erkrankung für die Verstopfung festgestellt werden, muss zunächst die Grunderkrankung behandelt werden. Sind Medikamente als Auslöser der Verstopfung verantwortlich, wird der Arzt versuchen, sie niedriger zu dosieren oder wenn möglich durch andere ersetzen beziehungsweise die Gabe ganz absetzen. Eine Therapie gegen Verstopfung wird in der Regel mit konservativen Maßnahmen vorgenommen. Nur wenn die Diagnose es erfordert, wie zum Beispiel bei einer Krebserkrankung oder den Folgen einer chronischen Entzündung, kann eine Operation wie eine Teilentfernung des Dickdarms oder einer vollständigen Resektion als letztes Mittel infrage kommen.

Vorbeugung

Die Vorbeugung einer Obstipation liegt in einer gesunden Lebensweise mit leichter sportlicher Betätigung, ausreichend Flüssigkeitsaufnahme und ausgewogener Ernährung, wobei feste Essenszeiten eingehalten werden sollten. Sportliche Betätigung ist zum Beispiel auch ein halbstündiger Spaziergang täglich. Bei den Getränken ist anzuraten, auf stilles Wasser oder ungesüßten Tee statt auf Kaffee, koffeinhaltige Flüssigkeiten und süße Limonaden oder gar Alkohol zurückzugreifen. Weiterhin kann die Reduzierung von Stressfaktoren durch Entspannungstechniken zur Entlastung beitragen und so das Risiko einer Obstipation verhindern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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