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Gesundheitslexikon: Vasektomie (Sterilisation des Mannes)

Vasektomie beim Mann als alternative Verhütungsmethode

Sofern nicht gerade Präservative zum Einsatz kommen, gilt die Verhütung in vielen Beziehungen als Sache der Frau. Bei der regelmäßigen Einnahme der 'Pille', dem Messen des Hormonspiegels im Urin oder dem Einsatz der Spirale verlassen sich die meisten Männer auf ihre Partnerin. Selbiges galt bisher auch dann, wenn es um die Entscheidung für eine Sterilisation ging. In der Gedankenwelt vieler Männer kam eine Vasektomie – also eine Sterilisation beim Mann – einem Verlust der Männlichkeit gleich und deshalb gar nicht erst infrage. Seit einigen Jahren scheint sich das Rollenverständnis in dieser Hinsicht jedoch zu wandeln: Immer mehr Männer übernehmen mittels einer Vasektomie die Verantwortung in Sachen Empfängnisverhütung – und immer mehr von ihnen stehen auch dazu.

Operation und Auswirkungen

Die Vasektomie lässt sich im Rahmen eines ambulanten Eingriffs und bei lokaler Betäubung durchführen. Durch einen mittig oder zwei beidseits ausgeführte Schnitte wird der Samenleiter im Bereich des Hodensacks freigelegt. Ein etwa ein bis drei Zentimeter langes Stück wird entfernt; anschließend erfolgt entweder eine Verödung oder das Vernähen der freigelegten Samenleiter-Enden. Neben der klassischen Variante des Eingriffs unter Verwendung eines Skalpells gibt es weitere Varianten. So kommt bei der 'No-Scalpel'-Vasektomie stattdessen eine kleine Zange zum Einsatz. Bei der 'Fulgurationsmethode' wiederum wird eine 'Diathermienadel' verwendet und es kommt zur Vernarbung der Samenleiter-Enden, sodass das Vernähen entfällt.

Risiken und Zuverlässigkeit

Bis auf leichte Schmerzen, die bei etwa 35 Prozent der operierten Männer auftreten, sind Komplikationen nach dem Eingriff sehr selten. Die Wunde heilt im Normalfall innerhalb von ein bis zwei Wochen. Da es während des Heilungsprozesses zu einer spontanen 'Rekanalisation' kommen kann, so dass der Samenleiter wieder durchgängig ist, sollte bis zum Abschluss einer Reihe von Ejakulatsuntersuchungen weiterhin zusätzlich verhütet werden. Hin und wieder tritt nach dem Eingriff das 'Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom' auf. Hierbei handelt es sich um ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der Hoden und Nebenhoden, dessen genaue Ursachen bisher nicht abschließend erforscht wurden. Nach Abschluss von Operation und Heilungsprozess beträgt der so genannte 'Pearl-Index' zur Ermittlung der Sicherheit einer Verhütungsmethode 0,1. Dieser Wert entspricht ungefähr dem der 'Anti-Baby-Pille' und bedeutet, dass innerhalb eines Jahres eine von tausend Frauen ungewollt schwanger wird.

Wiederherstellen der Zeugungsfähigkeit

Die Sterilisation des Mannes lässt sich mit sehr guten Erfolgschancen wieder rückgängig machen – besonders dann, wenn der Eingriff noch nicht lange her ist. Sofern der als 'Refertilisierungsoperation' bezeichnete Eingriff innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Vasektomie durchgeführt wird, liegen die Erfolgschancen bei etwa 95 und die anschließende Schwangerschaftsrate bei 65 Prozent. Nach mehr als 15 Jahren fallen diese Werte auf – immer noch sehr vielversprechende – 80 und 50 Prozent. Bei der 'Refertilisierungsoperation' handelt es sich um einen mikrochirurgischen Eingriff, bei dem die Durchgängigkeit des Samenleiters bzw. dessen Anschluss an den Nebenhodenkanal wiederhergestellt wird.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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