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Gesundheitslexikon: Typhus (Typhus abdominalis)

So erkennen und behandeln Sie Typhus (Typhus abdominalis)

Typhus und Paratyphus (ein abgeschwächtes Krankheitsbild des Typhus) sind bakterielle Infektionskrankheiten, hervorgerufen durch Salmonellen. Der Erreger wird von Mensch zu Mensch mittels Schmierfunktion übertragen. Über den Magen gelangt das Bakterium in den Darm, wo die Salmonellen die Darmwand durchdringen und so über die Lymphwege in die Lymphknoten wandern. Von dort gelangen die Bakterien in den Blutkreislauf und schließlich in die Organe.

Der Typhus Erreger Salmonella typhi kommt auf der ganzen Welt vor. Hochrisikogebiete finden sich vor allem in Südostasien. Laut 'Apothekenschau' infizieren sich jährlich rund 20 Millionen Menschen mit Typhus, wobei etwa ein Prozent der Erkrankungen tödlich endet. Ebenfalls weltweit verbreitet ist der Erreger Salmonella parathyphi, der in drei Gruppen unterteilt wird. Der Salmonella paratyphi B ist auch in Europa zu finden.


Ursachen

Das Reservoir für Salmonella typhi und Salmonella paratyphi ist der Mensch, der die Bakterien über den Stuhl ausscheidet. Übertragen wird der Erreger durch infizierte Lebensmittel, verunreinigtes Wasser, dem Kontakt mit Typhus-Patienten oder mit gesunden 'Dauerausscheidern'. Bei Letzteren handelt es sich um Personen, die bereits eine Typhus-Erkrankung durchgemacht haben, aber weiterhin Bakterien über den Stuhl ausscheiden.

Die Aufnahme von Typhusbakterien führt nicht zwangsläufig zu einem Ausbruch der Krankheit. Bei gutem allgemeinen Gesundheitszustand und nur wenigen aufgenommenen Bakterien kann eine Erkrankung auch ausbleiben.

Symptome

Die Typhus-Erkrankung verläuft typischerweise in vier Stadien. In Stadium I werden Symptome wie ansteigendes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen beobachtet.

Stadium II folgt in der zweiten und dritten Woche, wenn das Fieber innerhalb kurzer Zeit einen konstant hohen Wert rund um 40 °C erreicht. Neben Kopf- und Gliederschmerzen leiden Patienten dann auch an Bauchschmerzen und Bewusstseinsstörungen.

In Stadium III, das weitere drei Wochen andauert, bleibt das Fieber konstant hoch. Auffällig sind der Puls, der trotz des Fiebers relativ langsam ist, sowie die gräulich belegte Zunge. Hinzukommen Appetitlosigkeit, Mattheit und Verstopfung.

Typisch für das vierte Stadium sind stark schwankende Temperaturen. Aufgrund des Gewichts- und Flüssigkeitsverlustes geht es dem Patienten besonders schlecht. Anstelle der Verstopfung treten die typischen 'erbsbreiartigen' Durchfälle, über die der Erreger ausgeschieden wird, auf. Die Schmerzen im Magen-Darm-Bereich werden schlimmer und es kann zu Komplikationen kommen. Darmblutungen, Darmdurchbruch, Thrombosen oder Entzündungen der Organe können lebensbedrohlich werden. Dieses Stadium kann bis zu fünf Wochen andauern.

Diagnose

Anhand der Krankengeschichte und einer eventuellen Information über eine Auslandsreise kann der Arzt auf die bei uns seltene Krankheit aufmerksam werden. Sicherheit gibt eine Blutuntersuchung, nach drei Wochen auch eine Stuhluntersuchung.

Behandlung

Typhus wird mit Antibiotika bekämpft. Insbesondere bei Durchfall soll der Patient ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Wird die Erkrankung rechtzeitig behandelt, so bestehen gute Heilungschancen.

Vorbeugung

Bei Reisen in Risikogebieten ist unbedingt auf die Lebensmittelhygiene zu achten. Trinkwasser sollte nur aus original verschlossenen Flaschen getrunken, rohes Obst und Gemüse sowie unzureichend gegarte Lebensmittel gemieden werden. Gegen Typhus gibt es zudem zwei Impfmöglichkeiten: die Schluckimpfung oder die Injektionsimpfung. Beide Varianten schützen aber nur zu rund 70 Prozent.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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