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Gesundheitslexikon: Tuina-Massage

Die Tuina-Massage: chinesische Behandlungskunst zum Wohle des Patienten

In Europa ist es nicht unüblich, dass Krankheiten auch mit Massagen kuriert werden können. Die Tuina-Massage ist das chinesische Äquivalent dazu. Sie greift auch schon präventiv ein, um Beschwerden gar nicht erst entstehen zu lassen.

Was ist eine Tuina-Massage?

Bei der Tuina-Massage geht es um die Gesunderhaltung des Körpers. Die chinesische Behandlung wird als präventive Maßnahme betrachtet, die von Geburt an Verwendung finden sollte. Ist der Körper doch erkrankt, soll sie ebenfalls Hilfe leisten können. Dabei beruht die Philosophie hinter der Tuina-Massage auf den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Diese rund 2.000 Jahre alte Heilkunst sieht Körper und Geist als einheitliches Wesen. Dem Verständnis nach soll die Massage nicht nur Blut und Gewebe reinigen und aktivieren, sondern auch die Energiebahnen des Körpers wieder ins Gleichgewicht bringen können. So soll, nach der TCM-Lehre, das Qi, also die allumfassende Lebensenergie, wieder fließen können. Um dies zu erreichen, werden bei der Tuina-Massage verschiedene schiebende, drückende und greifende Griffe angewandt. Die Tuina-Massage ist innerhalb der TCM neben weiteren Behandlungsformen wie der Chiropraktik oder der Akupressur sowie den Bewegungstherapien Qigong und Taijiquan, fester Bestandteil des Gesundheitssystems.

Wie funktioniert eine Tuina-Massage?

Jede Massage beginnt mit einer Befragung des Patienten, welche die vorangegangene Anamnese nochmals aufgreift. Massiert wird dann auf einer speziellen Tuina-Massageliege. Diese Liege verfügt über eine nur schmale Auflagefläche, damit der Arzt oder Masseur die Gliedmaßen möglichst leicht erreichen kann. Insbesondere der Fußbereich der Liege ist verkürzt, da eine traditionelle Tuina-Massage den Fußsohlen besondere Aufmerksamkeit schenkt.

So startet die Behandlung meist mit einer Fußreflexzonenmassage. Danach bearbeitet der Arzt die Gliedmaßen sowie den Rücken und auch den Kopf des Patienten. Dabei werden 18 Grundriffe angewandt und zudem rund 300 Einzelgriffe. Die Gelenke und Bänder werden gedehnt und mit rotierenden Bewegungen sanft mobilisiert. Auch kneifende oder klopfende Bewegungen kommen zum Einsatz. Ziel der Massage ist es, die manuellen Energiebahnen des Patienten zu stimulieren und zur Heilung anzuregen.

Bei welchen Problemen soll die Tuina-Massage helfen?

Die traditionelle Tuina-Massage ist eine medizinische Anwendungsart. Sie kann durch die muskelaktivierende Wirksamkeit bei allgemeinen Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt werden. Aber auch Bluthochdruck- und Asthma-Patienten werden mit ihr behandelt. Bei entzündlichen Erkrankungen der Verdauungsorgane oder gynäkologischen Erkrankungen soll sie ebenfalls helfen können. Die Tuina-Massage kommt zudem bei Erkrankungen der Augen und bei Störungen des HNO-Apparates zum Einsatz.

Was sollte man bei der Tuina-Massage beachten?

Da es sich bei dieser Behandlung um ein ganzheitliches Lebens- und Gesundheitskonzept handelt, stellt der TCM-Arzt neben der verordneten Tuina-Massage meist auch noch weitere Empfehlungen aus, die der Patient befolgen sollte. Darunter fallen meist bestimmte Vorschriften zur Ernährung, die verordnete Einnahme von Medikamenten oder leichte asiatische Sportübungen.

Beachten sollte man darüber hinaus, dass die Tuina-Massage eine stimulierende Behandlung ist, welche auf den gesamten Körper wirkt. Daher ist sie bei akuten Verletzungen oder Infekten der Organe, des Gewebes oder auch der Haut eher kontraindikativ. Eine solche Behandlung könnte entzündliche Prozesse unter Umständen sogar anregen. Auch Patienten, die unter einer Krebserkrankung leiden, sollten von der Tuina-Massage eher Abstand halten.

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