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Gesundheitslexikon: Tuberkulose (Schwindsucht)

Das müssen Sie jetzt über Tuberkulose wissen
Das müssen Sie jetzt über Tuberkulose wissen Dr. Specht klärt auf: Wie gefährlich ist die Krankheit? 00:04:09
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Tuberkulose (Schwindsucht) ist eine chronische Infektionskrankheit

Bei der Erkrankung, die auch als der 'Weiße Tod' bekannt ist, handelt es sich um eine chronische Infektionskrankheit. Tuberkulose-Erreger befallen in der Regel die Lunge, gefährdet sind insbesondere untergewichtige und körperlich geschwächte Menschen. Die Inkubationszeit beträgt rund sechs bis acht Wochen. Die bakterielle Infektionskrankheit kommt in Deutschland zum Glück eher selten vor. Weltweit gehen Mediziner aber von neun Millionen Erkrankungen pro Jahr aus, wobei rund 1,4 Millionen davon tödlich enden. Die am meisten betroffenen Gebiete befinden sich in Afrika, Osteuropa und Zentralasien.

Ursachen

Die Schwindsucht, wie man Tuberkulose früher nannte, wird von Bakterien des Stammes Mycobacterium tuberculosis ausgelöst. Der Erreger verbreitet sich mittels Tröpfcheninfektion, wenn von erkrankten Personen abgehustete und in der Luft schwebende Tröpfchen von gesunden Personen eingeatmet werden. Dabei muss die Krankheit aber nicht zwangsläufig beziehungsweise sofort ausbrechen. Solange das Immunsystem in Ordnung ist, werden die Bakterien in Schach gehalten. Schwächelt die Immunabwehr aber, so kann es auch viele Jahre später noch zu einem Ausbruch der Krankheit kommen.

Symptome

In Deutschland tritt die Schwindsucht fast ausschließlich als Lungentuberkulose auf. Erste Anzeichen sind unspezifische Symptome wie eine leicht erhöhte Temperatur, begleitet von Nachtschweiß und Husten. Später steigt das Fieber an und der Husten verstärkt sich, auffällig ist der grünliche oder blutige Auswurf.

Diagnose

Das Auftreten von Symptomen, Tuberkulose-Fälle in der Umgebung oder Aufenthalte in Risikogebieten können ein Hinweis auf die Schwindsucht sein. Zur Diagnose werden mehrere Untersuchungsverfahren angewendet. Eine davon ist die bakteriologische Untersuchung, im Zuge derer das ausgehustete Sekret oder Sekret aus den Bronchien oder der Luftröhre untersucht wird. In weiterer Folge kann es notwendig sein, die Bakterien im Labor zu kultivieren. Aufschluss über eine Erkrankung bringt zudem eine Röntgenuntersuchung und/oder eine Computertomografie, die zusätzlich das Stadium der Erkrankung zeigt. Die Tuberkulose kann außerdem über eine Hautuntersuchung festgestellt werden. Der Tuberkulin-Hauttest wird gerne bei Kleinkindern durchgeführt. Dabei wird Tuberkulin, ein Bestandteil des Tuberkulose-Erregers, in den Unterarm gespritzt. Kommt es innerhalb von 72 Stunden zu einer deutlichen Hautreaktion, so deutet dies auf eine Infektion hin.

Behandlung

Die Schwindsucht wird mittels einer Kombination verschiedener Antibiotika über Monate bekämpft und verläuft in Deutschland in vielen Fällen komplikationslos. Bei der ansteckenden 'offenen' Tuberkulose ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig, die Erkrankung ist meldepflichtig. Trotz der vergleichsweise einfachen Bekämpfungsmöglichkeit fordert die Tuberkulose weltweit jährlich mehr als 1,4 Millionen Todesopfer. Vor allem in Zentralasien, in Afrika und in Osteuropa ist die Situation problematisch. Grund dafür sind der Mangel an Medikamenten sowie die immer resistenter werdenden Erreger. Für Letzteres sind vor allem vorzeitig abgebrochene Behandlungen verantwortlich. Werden im Zuge der Therapie nicht alle Bakterien abgetötet, so entstehen Resistenzen.

Vorbeugung

Die Tuberkulose-Schutzimpfung kann für Kleinkinder, medizinisches Pflegepersonal und ältere Menschen, die einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt wird, unter Umständen sinnvoll sein. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes empfiehlt diese allerdings bereits seit 1998 nicht mehr. In Deutschland ist das Risiko von Impfschäden nämlich höher als die Wahrscheinlichkeit der Infektion.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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